Der Konsum gehört zu den Kräften, die die Geschichte bewegen - er prägt den Lebensstil der Menschen und gesellschaftliche Strukturen, beeinflusst wirtschaftliche Konjunkturen und kulturelle Ausdrucksformen, entscheidet über die Stabilität politischer Systeme. Heinz-Gerhard Haupt legt einen knappen und verständlichen Überblick über die europäische Konsumgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts vor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2003
Mit Hilfe von Heinz-Gerhard Haupts Definition von Konsum als "Erwerb von Gütern mit dem Ziel, diese zu verzehren oder zu benutzen" leuchte das Thema, lobt Rezensent Jürgen Schmidt, hier "nun in einer Materialfülle auf", deren Kenntnis zusätzlichen Gewinn auch von eher philosophischen Konsumtheoretikern etwa verspreche. Und so feiert Schmidt Haupts Buch dann, indem er es einem großen Werk zur Seite stellt: "Lässt sich die Geschichte der modernen Warenwelt nachhaltiger durchdringen als mit einer parallelen Lektüre von Haupt und Simmel?" Im einzelnen lobt der Rezensent außerdem, wie "knapp und konzis" der Autor die sozialgeschichtlichen Rahmenbedingungen der Geschichte des Konsums präsentiere - Tatsachen wie die etwa, dass noch vor fünfzig Jahren in vielen Teilen Europas die Hälfte des Einkommens für Nahrungsmittel aufgewendet wurde; sowie wie "souverän" Haupt kulturgeschichtliche Fragestellungen wie die nach den mit Konsum erreichbaren "Distinktionsgewinnen" aufnehme.
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