Tanja Busse

Die Einkaufsrevolution

Konsumenten entdecken ihre Macht
Cover: Die Einkaufsrevolution
Karl Blessing Verlag, München 2006
ISBN 9783896673121
Kartoniert, 319 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Tanja Busse deckt Skandale der modernen Produktion und Preispolitik auf und zeigt, wie der Konsument als gesellschaftliche Macht der Zukunft Einfluss nehmen kann. Im praktischen Teil gibt sie konkrete Tipps, wo und wie verantwortungsvoller Konsum möglich ist. Der aufgeklärte Konsument wird der Gegenspieler der globalen Wirtschaftsmächte werden. Denn tatsächlich reagieren Unternehmen auf verändertes Kaufverhalten wesentlich prompter als auf jeden neuen Gesetzesentwurf. Wir tun zwar gern so, als wären es gänzlich unbeeinflussbare wirtschaftliche Prozesse, die festlegen, wo was und wie produziert wird. In Wahrheit aber sind wir selbst es, die mit unserem Kaufverhalten die Standards der Produktion bestimmen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.03.2007

Zustimmend äußert sich Rezensent Paul Nolte über Tanja Busses engagiertes Plädoyer für eine "Einkaufsrevolution". Die Autorin führt für ihn überzeugend vor Augen, wie wir Verbraucher durch verantwortungsvolles, kritisches Kaufverhalten eine menschenwürdigere und umweltgerechtere Produktion erreichen können. Er begrüßt, dass die Autorin nicht den heroischen Konsumverzicht propagiert, sondern das Thema realistisch angeht und auch die ältere Konsumkritik, die den Verbraucher in der Opferrolle sah, einer "erfrischenden Kritik" unterzieht. Insgesamt betrachtet er das Buch als überzeugende Mischung aus "scharfsichtiger Analyse", "eindringlicher, sorgfältig recherchierter Reportage" und "praktischen Tipps".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.11.2006

Ruth Fühner hat zwei Bücher über den Warenkonsum und ihre eigene Rolle als Konsumentin gelesen und hat einmal ein "mulmiges Gefühl" und einmal ein "schlechtes Gewissen" dabei bekommen. Die Intention von Tanja Busses "Einkaufsrevolution" ist, die Konsumenten zu einem verantwortungsvollen und kritischen Einkaufen zu bewegen, indem sie über globale Arbeits- und Produktionsbedingungen informiert. Was die Autorin an Argumenten und Informationen aufbietet ist nicht wirklich neu, fügt sich aber zu einer drastischen Einschätzung der globalen Wirtschaft, resümiert die Rezensentin. Allerdings wirke der Appell der Autorin, sich als Konsumenten durch kritischen Konsum gegen die Auswüchse des Marktkapitalismus zu stemmen, irgendwie mutlos, weshalb der Rezensentin Busse streckenweise richtig leid tut. Zudem geistern ihr zu viele Informationen herum, was sie dazu verführt hat, Teile des Buches zu überblättern. Und das vorherrschende eher pessimistische Grundgefühl macht Fühner wenig Lust, sich aktiv gegen den unkritischen Konsum zu engagieren.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.11.2006

Nicht weniger als eine Revolution der Konsumenten versucht Tanja Busse anzuzetteln, berichtet Rezensent Ludger Heidbrink nach der Lektüre ihres "höchst lehrreichen" Buches. Sie zeige auf beeindruckende Weise, dass Gesetze und Subventionen den politisch sensiblen Verbraucher in der bewussten Ausübung seiner Kaufmacht beschränkten, lobt er. Vor allem aber stelle Busse dar, dass der Konsument zuwenig verantwortlich handelt und doch immer wieder zum Billigsten greift, auch wenn dies unter umwelt- oder menschenfeindlichen Bedingungen hergestellt wurde. Mit Wohlwollen liest Heidbrink deshalb Busses Forderung, dass den heranwachsenden Konsumenten bereits in der Schule ihre Verantwortung klar gemacht werden soll.

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