Eine philologische Sensation ist die Rettung des Manuskripts "Freud und das Tragische" aus dem Nachlass von Heinz Politzer, um deren Fertigstellung der große österreichische Literaturwissenschaftler gerungen hat "wie Jakob mit seinen Engeln" - oder wie Freud selbst vor seiner Emigration um die Gestalt Moses. In vier Essays betrachtet Politzer den Vater der Psychoanalyse unter dem Signum des Tragischen: in der Tragik psychoanalytischer Interpretationskunst, in der biographisch erfahrenen Tragik von Laios und Ödipus und als Figur einer vergangenen jüdisch-tragischen Generation.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.06.2004
Mit einiger Verspätung erscheint diese Studie des 1978 verstorbenen Heinz Politzer, der als Kafka-Forscher zu Ruhm gelangt war. Es geht darin um eine Lektüre von Freuds Analysen des Tragischen an Shakespeare wie Sophokles, die in Beziehung gesetzt wird zu tragischen Episoden im Leben Freuds. Als Beispiel nennt der Rezensent Martin Lüdke die "dramatische Entwicklung" des Verhältnisses zu C.G. Jung. Es entstehe, das arbeitet Politzer am Buch "Der Mann Moses" und seinen "mythischen Verwechslungen" heraus, das "tragische Bild" Freuds als eines "säkularen Philosophen". Martin Lüdke zeigt sich, durch wohlwollendes Referat, durchaus einverstanden mit den Thesen des Autors.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…