In der Migrationsforschung nimmt die Untersuchung von institutionellen Diskriminierungen bisher nur einen kleinen Teil ein. Das Leipziger Forschungsteam unter der Leitung von Helena Flam schließt diese Lücke durch diesen kritischen Überblick über relevante Diskriminierungstheorien und -studien.Ausführlich werden außerdem die Untersuchungen und Ergebnisse des EU-Forschungsprojekts in den Bereichen Bildungssystem und Arbeitsmarkt vorgestellt. Weitere Kapitel beschäftigen sich zudem mit dem historischen, gesellschaftlichen und politischen Kontext zur Situation der Migranten in Deutschland.
Mark Terkessidis begrüßt diesen Band über Migration in Deutschland, den die Soziologin Helena Flam herausgeben hat. Die Arbeit, Teil eines EU-Projekts zu Diskriminierung, befasst sich nach Auskunft des Rezensenten mit den institutionellen Hürden für Einwanderer. Dabei werden vor allem die Bereiche Schule und Arbeit, aber auch Gesetzgebung und Einstellungen der Bevölkerung untersucht. Die Beiträge des Bands, darunter Literaturberichte und Interviews mit Lehrern oder Arbeitsvermittlern vermittelten für Terkessidis ein "erschütterndes" Bild der Situation der Migranten in der deutschen Gesellschaft. Deutlich wird seines Erachtens, dass die deutsche Einwanderungsgesellschaft auch weiterhin von einer "erstaunlichen Mischung aus Ablehnung, Ignoranz und Realitätsverleugnung" geprägt ist.
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