Kann es eine Islamfeindlichkeit ohne die Religion des Islam geben? Naime Cakir zeigt, dass nicht allein die Terroranschläge des 11. September 2001 für die zunehmenden antiislamischen Vorurteile und Feindbilder in Deutschland verantwortlich sind, sondern auch die Erkenntnis, dass die ehemaligen Gastarbeiter ihren Lebensmittelpunkt auf Dauer in die Bundesrepublik verlegt haben und nun für sich beanspruchen, Objekt von Verantwortung zu sein. Damit waren für die Residenzgesellschaft und für die Einwanderer die etablierten Rollen des Gastgebers und des Gastes irritiert. Die Studie zeichnet nach, wie der Islam zum Gegenstand öffentlicher Anerkennungskonflikte gemacht worden ist, da es einer Neujustierung der Rollen innerhalb des Gesellschaftsgefüges bedurfte, die die Marginalisierung der mittlerweile etablierten Einwanderer weiterhin zu gewährleisten hatte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.09.2014
Ohne Geschrei und ohne jede unangenehme Selbstdarstellung analysiert die Frankfurter Soziologin Naime Çakir in "Islamfeindlichkeit" die aktuelle Tendenz in Deutschland, das Wort 'Ethnie' als "modifizierte Rassen-Konzeption" zu gebrauchen, die scheinbar natürliche, unumstößliche Unterschiede beschreibt, berichtet Dirk Pilz angetan. Dabei werde das 'Fremde' hauptsächlich genutzt, um sich der eigenen kollektiven Identität zu versichern, die in der Abgrenzung erst eigentlich entsteht, erklärt der Rezensent. Çakir geht hierbei nicht nur empirisch vor, sondern reflektiert ihre Methoden mit aktuellen Theorien zur Konstruktion von Fremdheit, lobt Pilz, der nicht anders kann, als sich angesichts der offengelegten neo-rassistischen Einstellungen Sorgen zu machen.
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