Aus dem Amerikanischen von Anette Grube. New York, 1899: Hier begegnen sich Chava und Ahmad, eine Frau aus Ton und ein Mann aus Feuer, deren Schicksal seit Jahrhunderten unauflöslich miteinander verknüpft ist. Chava ist ein Golem, zum Leben erweckt von einem skrupellosen Rabbi. Sie kann die Wünsche und Sehnsüchte der Menschen um sich herum spüren. Als ihr Meister stirbt, muss sie sich allein in New York zurechtfinden. Ahmad ist ein Dschinn, der eingeschlossen in einer Kupferflasche auf Umwegen nach Manhattan gelangt. In einer kalten Winternacht kreuzen sich zufällig die Wege von Chava und Ahmad. Sie entdecken ihre Seelenverwandtschaft: In der Welt der Menschen suchen beide nach Liebe und Freundschaft, und ständig schwebt die Gefahr, entdeckt zu werden, über ihnen. Als ein übermächtiger Feind auf den Plan tritt, müssen sie gemeinsam eine schicksalhafte Entscheidung treffen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.08.2013
Wie aufgeklärt nüchtern und spröde erscheint Sabine Vogel die deutsche Gegenwartsliteratur angesichts der fantastischen Erzählwucht von "Golem und Dschinn", dem Romandebüt der Amerikanerin Helene Wecker! Die Mystik ihrer jüdischen und arabischen Wurzeln verknüpfend entspinnt Wecker eine Geschichte um das Lehmgeschöpf Golem und den Flaschengeist Dschinn, die, auf verschlungenem Wege in die USA gelangt, sich an ihre jeweiligen Immigrantenmilieus anpassen müssen, fasst Vogel zusammen. Mit diesen "universellen Existenzerfahrungen der Migration", so Vogel, liefert der Roman auch gleich den Mehrwert gegenüber einem bloßen Fantasy-Schmöker und lässt die Rezensentin nur ungern in die "vom irren Flackern der Gegenaufklärung befreite Wirklichkeit" zurückkehren.
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