Auf anrührende und humorvolle Weise erzählt Josef Tal seine Lebensgeschichte, die ihn als Sohn eines Rabbiners von Berlin auf den Weg in die Emigration nach Palästina führte. Es ist ein Stück Kulturgeschichte: hier die 20er Jahre in Berlin, mit den ersten Kinos und den kuriosen Erfahrungen des gläubigen Vaters mit der modernen Psychoanalyse, einem Besuch von Franz Kafka und den Erlebnissen mit Paul Hindemith, Franz Schreker und Max Saal. Dann der Abschied in der mächtigen Halle des Anhalter Bahnhofs im Klangrausch der "Hatikwah". Und dort: Aufbauarbeiten und die kriegerischen Situationen im sich entwickelnden Staat Israel, die Begegnung mit einer alten Frau, die sich später als berühmte Dichterin herausstellt, der tragische Tod des geliebten Sohnes und zwischen allem "Abu Musica", wie ihn die Araber liebevoll nannten. Der Kreis schließt sich durch den Weg zurück, die Besuche und Begegnungen in Berlin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.09.2005
Der Rezensent Wolfgang Schreiber ist beeindruckt von dieser Autobiografie einer der ältesten lebenden Komponisten, der dieser Tage 95 wird und dessen wechselhafte Lebensgeschichte "ein Schicksal im 20. Jahrhundert? ist. Tal wanderte während der Nazi-Herrschaft nach Israel aus. In Deutschland hatte er zuvor als Stummfilmpianist gearbeitet. In Israel komponierte er dann moderne Klassik, was der damaligen Kulturpolitik teils entgegen stand: Tals Kompositionen in "frei atonaler oder gebunden serieller Harmonik" sorgten für Aufruhr. Trotzdem wurde er zu einem musikalischen Aushängeschild des Landes und bereiste die Welt. Seine beeindruckendste und lehrreichste musikalische Erfahrung, mit der das Buch auch endet, hatte er in den Sechziger Jahren bei japanischen Mönchen, wo er Musik kennenlernte, die nichts anderes war als "ein lang gezogener Ton auf einer einzigen Saite".
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