In den Jahren 2007 bis 2009 stand die Welt kurz vor einer Kernschmelze des Finanzsystems, die nur durch massive Rettungsaktionen der Politik zu Lasten des Steuerzahlers verhindert wurde. Die Finanzkrise widerlegt radikal die von Wirtschaft, Politik und der großen Mehrheit der Mainstreamökonomie geteilte Weltsicht, dass Selbstkontrolle, soft regulation und das Eigeninteresse der Akteure zu effizienten Finanzmärkten führt. Lehren hat man im finanzwirtschaftlich-politisch-wissenschaftlichen Komplex aus dieser Jahrhunderterfahrung interessen- und ideologiebedingt zugunsten kleinkarierter Mariginalreformen bisher nicht gezogen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.09.2011
Rundum gelungen findet Indira Gurbaxani diese Aufarbeitung der Finanzkrise aus verschiedenen Perspektiven von Helge Peukert. Sie schätzt das Buch als kritische Bestandsaufnahme, die das Versagen der Märkte und der Ökonomen wie auch das des Staates und der Wirtschaftspolitik deutlich macht. Zudem lobt Gurbaxani die Verständlichkeit, mit der Ursachen und Folgen der Krise sowie Lösungsansätze erläutert werden. Außerdem bietet das Buch in ihren Augen einen ausgezeichneten theoretischen Überblick und damit eine gute Gelegenheit für den Leser, sich mit den Wirtschaftstheorien von Gsell, Galbraith, Keynes, Minsky u.a. auseinanderzusetzen. Vermisst hat die Rezensentin lediglich ein Stichwortverzeichnis.
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