Herausgegeben von Wolfgang Streeck und Martin Höpner. Die Deutschland AG, das Netzwerk aus kooperierenden und vor Einflussnahme von außen geschützten Großunternehmen, ist in Auflösung begriffen. Der deutsche Finanzsektor wandelt sich zu einer im Bereich des Investmentbankings international operierenden Industrie. Gleichzeitig werden Shareholder-Value-Konzepte zunehmend auf deutsche Unternehmen übertragen. In diesem Band wird analysiert, wie deutsche Unternehmensleitungen auf diese Entwicklung reagieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.08.2003
Diese Publikation gehört, wie man von Rezensent Heinz K. Stahl erfährt, in den Rahmen eines von der DFG geförderten Forschungsprojekts des Kölner Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung, über "den Einfluss der Internationalisierung auf das deutsche Modell der industriellen Beziehungen". Es gehe also, präzisiert Stahl, um Zustand und Zukunft der "deutschen Spielart des organisierten Kapitalismus", die unter anderem "durch weitreichende Personalverflechtungen zwischen Unternehmen und Großbanken" gekennzeichnet ist, die "die Konkurrenz nach innen begrenzt und nach außen Geschlossenheit anstrebt", dadurch, dass Führungskräfte eher aus der Belegschaft denn auf dem Markt rekrutiert werden, durch vergleichsweise weitgehende "Mitbestimmungsrechte" usw. Für Antworten auf Fragen wie etwa, ob dies alles noch intakt und funktionsfähig ist, liefere der vorliegende Sammelband, lobt Stahl, nun in neun "aufschlussreichen" Fallstudien "reichlich Stoff" und zeige zudem, dass "Wirtschaftssoziologie durchaus spannend sein und zum Mit- wie Nachdenken anregen" könne. Außerdem hebt er hervor, dass der Band durch die "Sorgfalt der Argumentation" besteche und "frei von Polemik" sei, ob wohl er "manches gegen den Strich" bürste.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…