Helmut Kohl erklärt, wie die Idee des geeinten Europas entstanden ist, wie Europa sich seit 1945 entwickelt hat, wie Europa funktioniert, wie es zum Euro kam und warum der Euro richtig und wichtig bleibt. Er benennt die Fehler, die später beim Euro gemacht wurden, und die Fehlentwicklungen, die weit über die Grenzen Europas hinausreichen. Er beklagt mangelnde Ernsthaftigkeit im Umgang mit dem Projekt Europa und politische Fehlentscheidungen aus wahltaktischen Gründen. Der Ehrenbürger Europas schließt mit der Grundüberzeugung, die sein Handeln und Leben immer bestimmt hat: Europa ist unser Schicksal. Es ist Verantwortung und Verpflichtung zugleich. Europa ist eine historische Chance, aber wir müssen sie auch ergreifen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.11.2014
Was der Altkanzler, hier in der Diktion seiner Frau Maike Kohl-Richter, über die Ukrainekrise verlautbaren lässt, hat die Zustimmung von Franziska Augstein: Ja, auch der Westen hat Fehler gemacht. Ansonsten gibt es Einwände von Seiten der Rezensentin. Die von Kohl geforderte politische und Währungsunion innerhalb seines Europa-Appells hört Augstein, allein, sie weiß nicht, wie sie sich bewerkstelligen lässt. Kohl weiß es auch nicht. Dass ihn der EU-Beitritt der Türkei nach wie vor nicht interessiert, er SPD und Grüne beschimpft, bringt Augstein zu folgendem zwiespältigem Urteil: Dieses Buch ist authentisch, auch wenn Helmut Kohl kaum noch zu sprechen vermag, geschweige schreiben, denn was der Altkanzler hier erklärt, hat er beinahe alles schon früher gesagt, meint Augstein.
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