Helmut Wagner, Deckname Günter Dietrich, war Oberstleutnant in der Spionageabwehr der DDR. Der Autor berichtet über alle Aktionen des BND gegen die DDR, die in die Hose gingen. Ein ehemaliger Außenminister bekommt dabei nachgewiesen, dass er als BND-Chef mindestens ebenso blass war wie als Politiker. Nicht immer waren die "Pannen" zufälliger Natur - es lag oft an der eigenen Unfähigkeit und auch an der Professionalität der Gegenseite. Dennoch: Auch wenn der Autor das Buch seinen frühreren Kollegen widmet, ist die Botschaft eindeutig: Geheimdienste sind teuer und albern und gehören darum endlich abgeschafft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2000
Vornehm wie die FAZ in solchen Dingen ist, verschweigt sie, dass es sich bei dem Rezensenten Johann Legner um den Pressesprecher der Gauck-Behörde handelt. Er bespricht diese Erinnerungen eines Stasi-Offiziers mit Interesse. Faktisch Neues findet er in seinem Buch zwar nicht, wohl aber ergeben sich für ihn Einblicke in die Funktionsweise der Stasi. Dabei lobt er, dass Wagner in der Darstellung der Skrupellosigkeit der Stasi-Methoden nichts beschönige. Dass die Stasi dabei dem westdeutschen BND an geheimdienstlicher Raffinesse einiges voraus hatte und die Kollegen aus München häufiger blamierte als umgekehrt - so die These Wagners -, scheint Legner alles in allem glaubhaft zu finden. Allerdings fordert er auch ein Gegenbuch und beklagt, dass die Darstellung der deutsch-deutschen Geheimdienstgeschichte einseitig von ehemaligen Stasi-Offizieren dominiert werde, weil die Bundesrepublik nach wie vor - und anders als etwa die USA - die Akten der Westseite nicht freigibt.
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