Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.07.2000
Dass religiös getönte Lyrik öffentlich kaum wahrgenommen wird, liegt teilweise an ihrer mangelnden Qualität, meint Rezensent Kurt Oesterle, der theologisch inspirierte Texte im Esoterik-Regal der Buchhandlungen verschwinden sieht. Was er von der Qualität der Zwangerschen Lyrik hält, verrät er nicht genau, insofern man die "wortkarge" Verfahrensweise des Autors nicht als literarische Beurteilung interpretieren will. Zwanger arbeite sich am Antijudaismus des Christentums ab, den die christliche Lehre Jahrhunderte lang in schuldhafter Verstrickung aufrechterhalten habe. Seine alles umfassenden Gedichttitel, die "Gott" oder "Shoah" lauten, haben Oesterle allerdings manchmal erschreckt.
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