Was sind eigentlich Naturgesetze? Was haben wir mit ihnen zu tun? Eine Antwort darauf gibt der Physiker und Sachbuchautor Henning Genz in seinem neuen Buch, das alle naturwissenschaftlich interessierten Leser ansprechen wird. An Beispielen aus der Naturwissenschaft von der Antike bis heute entfaltet er seine brisante Kernaussage: Die Wirklichkeit, welche die Naturgesetze erschaffen, ist realer als unsere Realität!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2003
Seit den wissenschaftshistorischen Thesen von Thomas S. Kuhn, erklärt Ulf von Rauchhaupt, sind die Physiker sauer. Sie fühlen sich nämlich von neunmalklugen Kulturwissenschaftlern verunglimpft, die mit ihren Thesen von sozialer Konstruiertheit aller Erkenntnis in ihre Domänen des Faktischen eindringen. Dahinter aber, weiß von Rauchhaupt, steckt kein trotziges Beharren darauf, dass die Welt eindeutig erkannt werden könne, um anschließend bloß noch in Gesetzform beschrieben zu werden; zur Klärung der Standpunkte empfiehlt er deshalb das Buch von Henning Genz, das seiner Ansicht nach "typisch für die meisten praktizierenden Physiker sein dürfte". Genz verteidige den physikalischen Realismus, stelle aber zugleich klar, dass dieser anders aussieht, als seine Kritiker ihn sich vorstellen. Wie, das verrät schon der Titel seines Buches: Die Wirklichkeit der "naturwissenschaftlich zugänglichen Welt" werde von den Naturgesetzen umrissen. Der naive Realismus im Gefolge von Platon sei längst passe, seit Newton schon - da nämlich habe sich die Physik einem mathematischen Selbstverständnis unterworfen. "Naturwissenschaftlicher Fortschritt besteht im wesentlichen aus der Erweiterung der Gültigkeitsbereiche von Theorien", die sich wiederum durch Erfahrungen bewähren müssen. Das Buch, warnt von Rauchhaupt, ist "nicht leicht zu lesen", aber gerade deshalb sehr empfehlenswert, denn "statt essayistischen Virtuosentums erwartet den Leser Genauigkeit und die Mühe des Begriffs".
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