Neu aus dem Französischen übersetzt von Margarethe Drewsen. Mit einer Einleitung von Rémi Brague. Mit seinem epochemachenden Hauptwerk "L'évolution créatrice", für das er 1927 den Nobelpreis für Literatur erhielt, greift Bergson unmittelbar in die Diskussion über zeitgenössische Evolutionstheorien ein, die die Biologie um die Jahrhundertwende beherrschten. Die Grundfrage des Werks lautet: Gibt es etwas, das alle Lebewesen in ihrer Entwicklung gemeinsam haben und das insofern ein bestimmendes Merkmal des Lebens selbst ist? Bergson findet die Antwort im titelgebenden Begriff der "schöpferischen Evolution". "L'évolution créatrice" wurde 1912 von Gertrud Kantorowicz zum ersten Mal ins Deutsche übertragen. Ihre in Sprache und Terminologie stark vom George-Kreis geprägte Übersetzung wurde für diese Neuausgabe vollständig überarbeitet und enthält jetzt auch die in der ersten deutschen Ausgabe fehlenden Anmerkungen und Nachweise Bergsons.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2013
Manfred Sommer freut sich über die gelungene Neuübersetzung von Henry Bergsons erstmals 1907 erschienenen Buch, das ihn zu so komplizierten Fragen wie der nach dem Wesen reiner Zeit führt. Und darüber hinaus. Denn Bergson, erkennt Sommer, ist hier genau argumentierender Philosoph und literarischer Formenmeister in einer Person. Dem eigentlich Unsagbaren kommt der Autor auf die Weise nahe, dank der liebevollen Übersetzung von Margarethe Drewsen sogar recht nahe, findet der Rezensent. Dies wiederum bedeutet laut Sommer, dass mit diesem Band schlimmste theologische Befürchtungen wahr werden: Die Evolution ist Schöpferin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.07.2013
Rlaf Konersmann begrüßt diese Neuübersetzung des Textes von Henri Bergson. Für ihn gelingt es Margarethe Drewsens sachlicher, historisch sensibler Übertragung, den Philosophen in seiner Originalität zu zeigen und zu vermitteln. Den gegen Bergson erhobenen Irrationalismusvorwurf sieht er so widerlegt und zugleich erklärt. Bergson erscheint ihm als radikaler Verfechter eines Paradigmenwechsels des Denkens, als Vorarbeiter der Naturphilosophie und, zwischen den Zeilen, auch in seiner theologischen Dimension. Hilfreich findet Konersmann in diesem Zusammenhang auch das im Band enthaltene Begleitwort.
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