Frühling 1945: drei junge Widerstandskämpferinnen auf dem abenteuerlichen Heimweg quer durch Deutschland. Henriette, genannt Zip, und ihre Freundinnen Joke und Nell sind im besetzten Holland in die Fänge der Nazis geraten und als sogenannte Nacht-und-Nebel-Häftlinge nach Deutschland verschleppt worden. Als die Tür ihrer Zelle in Waldheim eines Tages von einem sowjetischen Soldaten geöffnet wird, beschließen sie mit Dries, einem jungen Landsmann, sofort den Heimweg anzutreten: per Boot, die Elbe entlang. Aber wie soll eine solche Odyssee gelingen in einem Land, in dem Soldaten marodieren und Lebensmittel Mangelware sind? Wem kann man trauen? Doch sie sind davon überzeugt: Solange sie zusammenhalten, können sie es schaffen. Eine wahre Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.01.2021
Rezensent Fabian Wolff freut sich über die Neuauflage von Henriette Roosenburgs Buch von 1956 in der ersten deutschen Übersetzung von Hans-Christian Oeser. Der Bericht der niederländisch-amerikanischen Journalistin, Kriegsspionin und Fluchthelferin erzählt ihm von der Befreiung und der Flucht aus der Gestapohaft 1945, von Hunger und von der Angst vor Entdeckung und der ständigen Frage, wer Feind, wer Freund ist. Was Wolff mitunter wie ein "gespenstisches" Roadmovie durch Sachsen vorkommt, das wird dem Rezensenten zwischendurch immer wieder bewusst, ist eigentlich die kaum ausgeschmückte Erinnerung an eine schreckliche, leidvolle Zeit.
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