Vor fünf Jahren legte Herbert Hömig den ersten Teil seiner Brüning-Biographie vor. Sie verfolgte den Lebensweg des "Kanzlers in der Krise" bis 1932. Nun läßt der Autor der "Weimarer Biographie" Brünings die Darstellung des weiteren Lebens des Ex-Kanzlers bis zu dessen Tode 1970 folgen. Hömig spannt einen weiten Bogen zwischen Weimar und Bonn, von der letzten Kandidatur für den Reichstag und der Flucht vor der Verhaftung 1934 über die langen Jahre der Emigration bis zu Brünings fehlgeschlagenem Engagement in der deutschen Nachkriegspolitik. Er vollendet damit die Biographie eines Mannes, dessen Denken und Handeln die strukturellen Probleme der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert in hohem Maße widerspiegelt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.07.2006
Rezensent Sebastian Ullrich beantwortet seine rhetorische Frage, ob wirklich zwei Bände für eine Biografie Heinrich Brünings nötig seien, schon einen Absatz weiter mit einem klaren nein. Weniger wäre auch hier mehr gewesen. Und die Zäsur zwischen erstem und zweitem Band wäre aus Sicht des Rezensenten plausibler mit Brünings Flucht 1934 gesetzt worden als mit dem Ende seiner Kanzlerschaft 1932. Andererseits lobt der Rezensent den Detailreichtum der Studie und auch die "umsichtigen" Kommentierungen des Autors. Wenn Herbert Hömig dann allerdings die Konzepte Brünings und Adenauers für die fünfziger Jahre nebeneinander stellt, als seien sie gleichermaßen berechtigt, ist der Rezensent damit gar nicht einverstanden und hätte sich eine klare Stellungnahme zugunsten von Adenauers Westorientierung gewünscht. Auch bei der Schlussbewertung von Brünings politischen Positionen fehlen ihm "pointierte" Urteile.
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