Ronen Steinke

Terror gegen Juden

Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt
Cover: Terror gegen Juden
Berlin Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783827014252
Kartoniert, 256 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

In Deutschland hat man sich an Zustände gewöhnt, an die man sich niemals gewöhnen darf: Jüdische Schulen müssen von Bewaffneten bewacht werden, jüdischer Gottesdienst findet unter Polizeischutz statt, Bedrohungen sind alltäglich. Der Staat hat zugelassen, dass es so weit kommt - durch eine Polizei, die diese Gefahr nicht effektiv abwehrt, sondern verwaltet; durch eine Justiz, die immer wieder beschönigt. Der jüdische Autor Ronen Steinke, selbst Jurist, ist durch Deutschland gereist und erzählt von jüdischem Leben im Belagerungszustand. Er trifft Rabbinerinnen und Polizisten, konfrontiert Staatsschützer, Geheimdienstler und Minister mit dem Staatsversagen. Viel muss sich ändern in Deutschland.


 

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.07.2020

Dem Rezensenten Jakob Hayner zufolge belegt Ronen Steinke in diesem Buch anhand von etlichen Beispielen aus der jüngsten und ferneren Vergangenheit, wie der deutsche Staat beim Schutz der jüdischen Minderheit versagt. Dabei hat der Autor dem Kritiker gezeigt, dass Judenhass bei Weitem nicht nur unter Rechten vorkommt. So aufrüttelnd der Kritiker die Publikation fand, so sehr hätte er sich auch gewünscht, dass sie nicht nur in der Forderung härterer Strafen, besserer Kontrollen und effektiverer Schutzmaßnahmen gipfele, sondern auch Möglichkeiten zur Bekämpfung der Ursachen von Antisemitismus diskutiere.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.07.2020

Mit großem Interesse hat Rezensent Günther Nonnenmacher Ronen Steinkes Buch über das Erstarken des Antisemitismus in Deutschland nach dem Krieg gelesen. Steinkes Buch, das Kontinuitäten antisemitischer Gewalt aufzeigt, beeindruckt den Rezensenten durch akribische Recherche und dezidierte Beschreibungen auch des linken wie des muslimischen Antisemitismus. Hundert Seiten umfasse allein die Chronik antisemitischer Gewalttaten von 1945 bis 2020. Die Reformvorschläge, die der Autor an die Politik und die Sicherheitsbehörden adressiert, scheinen Nonnenmacher "berechtigt und bedrückend" zugleich: Bedrückend, weil sie auch zeigen, dass Steinke - für Nonnenmacher leider zurecht - nicht daran glaube, "dass sich der gesellschaftlich tief verwurzelte Antisemitismus ausreißen lassen wird".
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