In diesem Buch wird erstmals der große Technologietransfer beschrieben, der in den Nachkriegsjahren aus Mitteldeutschland in die drei Westzonen beziehungsweise die junge Bundesrepublik geflossen ist. Tausende von Unternehmen haben von 1946 bis 1954 nach rücksichtslosen Demontagen und Enteignungen in der Ostzone, später der DDR, ihre Stammhäuser verlassen und die Betriebe im Westen neu aufgebaut. Der Autor nennt sie beim Namen, die "Ossis" von damals, die das westdeutsche Wirtschaftswunder mit geschaffen haben: Von "A" wie Auto (Auto Union, Chemnitz/Zwickau) bis "Z" wie Zwieback (Hultzsch, Neukirch/Lausitz) reicht die breite Palette der Exilfirmen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.06.2002
Für Stephanie Streif schließt das Buch über den Technologietransfer aus dem Osten, der das westdeutsche Wirtschaftswunder erst ermöglichte, eine Lücke. Sie lobt den Autor dafür, eine große Datenfülle aufbereitet und Wirtschaftsgeschichte "spannend" dargestellt zu haben. Was sie allerdings ziemlich nervt ist, dass der Autor es nicht lassen kann, den moralischen Zeigefinger zu heben. Dieser "missionarische Eifer" schade dem Buch und es lese sich an diesen Stellen "eher schleppend". Deshalb empfindet Streif es als Glück, dass die Klagen über die westdeutsche Arroganz auch den kleineren Teil des Buches ausmachen. Denn ansonsten gelinge es Golle, mit seinen Ausführungen "so manches grade" zu rücken. Es freut die Rezensentin besonders, dass die "Mär vom faulen Ossi" endlich ausgeräumt wird. Insgesamt erweist sich die Lektüre deshalb als "lohnend", so Streif zufrieden.
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