Eines Tages war Ponto einfach verschwunden. Wer war der Mann, dieser Naturbursche, der irgendwann einmal Jura studiert hatte, aber dann ein Aussteigerleben führte und sich lange als Gelegenheitsarbeiter durchschlug? Auch Pontos merkwürdige Beziehung zur mondänen Carla, die so ganz eng war und doch irgendwie erkennbar brüchig, gibt seinen Saufkumpanen Rätsel auf. Einer von ihnen, ein Drucker, der gerade krankgeschrieben ist, versucht dem Verschwundenen mittels voll gekritzelter Bierdeckel und hinterlassener Tagebücher auf die Spur zu kommen nicht ganz uneigennützig, denn er steckt selbst in seinem Ehealltag, dem Leben zwischen bürgerlicher Idylle und weiter reichendem Anspruch fest.Piwitt zündet ein Feuerwerk von Einfällen, Wortspielen und genauer Beobachtung menschlicher Verhaltensweisen und gesellschaftlicher Zwänge.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.01.2009
Freudig begrüßt Meike Fessmann diese Neuausgabe von Hermann Peter Piwitts 1979 erstmals erschienenen Roman "Die Gärten im März", der in der Rowohlt-Ausgabe in den frühen 80er Jahren zahlreiche WGs schmückte, wie sie sich erinnert. Aber auch heute übt der Roman auf sie einen Reiz aus, ist er für sie doch ein "fernes Echo jener Jahre". Die Geschichte um einen krankgeschriebenen Drucker, der sich auf die Spur seines verschollenen Freunds Ponto macht und mit Hilfe eines Kartons voller Notizhefte, Briefe und Zettel dessen Leben rekonstruiert, scheint ihr klug konstruiert. Zudem attestiert sie dem Werk, das sie als "Spiegelkabinett männlicher Wünsche und Ängste" versteht, sich "sprachlich gut gehalten" zu haben. Besonders gefallen haben ihr die "leisen Momente", in denen Piwitts "melancholische Beobachtungskunst" voll zum Tragen kommt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.01.2009
Einen etwas zwiespältigen Eindruck hat Wolf Schneiders Buch über die Karriere des Menschen in der Geschichte unseres Planeten bei Oliver Müller hinterlassen. Der Vorwurf, hier werde Unmögliches versucht, scheint ihm angesichts der Sisyphos-Arbeit, die der Autor geleistet hat, nicht ganz gerecht. Zumal er das Werk über den erstaunliche Werdegang des Menschem vom schlauen Affen zum Technikexperten, die Widersprüchlichkeiten und Eigentümlichkeiten der menschlichen Natur, die Wirren der Geschichte, die großen Krisen der Menschheit, ihre kulturellen Leistungen usw. stets sehr instruktiv findet. Gleichwohl hat Schneiders Anpruch, "umfassend Bilanz" zu ziehen, nach Müllers Ansicht seinen Preis: das "flüssig" geschriebene Buch fällt seines Erachtens auseinander, die "vielen bunten Steine fügen sich nicht recht zu einem Mosaik".
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