Der Autor von "Das kurze Leben der Sophie Scholl" beschreibt in einer Biographie, was den Offizier Fritz Hartnagel (1917-2001) und die Widerstandskämpferin Sophie Scholl (1921-1943) miteinander verband und wie der eine ohne die andere nach Kriegsende weiterlebte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.07.2005
Sehr berührt hat Raphaela Kula dieses Buch, in dem Hermann Vinke die Beziehung zwischen Sophie Scholl und ihrem Verlobten Fritz Hartnagel porträtiert. Neben vielen anderen Quellen konnte Vinke dafür auch auf die bisher unveröffentlichte Korrespondenz zwischen den beiden zurückgreifen, die ihm nach Informationen der Rezensentin Elisabeth Scholl, Sophies Schwester und Fritz Hartnagels spätere Frau, zur Verfügung gestellt hat. Sehr fesselnd findet sie beschrieben, wie sich das Verhältnis zwischen den beiden mal reibungsvoll, mal harmonisch gestaltete. Zusammen waren die beiden seit 1937, 1939 geht Fritz Hartnagel als Offiziersanwärter zur Wehrmacht, begeistert von der Aussicht auf eine Leben von Tapferkeit, Treue und Ehre. Seine Begeisterung quittiert Sophie Scholl prompt mit den Worten "Sag nicht, es ist fürs Vaterland". Später werden seine Berichte nüchterner, er erlebt Feldzüge in West- und Osteuropa und das Leiden der Bevölkerung, und er bestärkt damit Sophie Scholls pazifistische Überzeugung. Von ihren Aktivitäten in der Weißen Rose weiß er indes nichts.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2005
Als "überaus einfühlsames Porträt" lobt Rezensent Josef Henke dieses Buch von Hermann Vinke über Fritz Hartnagel, den Freund der Widerstandskämpferin Sophie Scholl. Wie schon sein vor 25 Jahren erschienenes Buch über Sophie Scholl zeichnet es sich zur Freude Henkes durch eine "verständliche und unpathetische Erzählweise" und eine "behutsame Empfindsamkeit" beim Umgang mit den anvertrauten Quellen, insbesondere Fritz Hartnagels Schriftwechsel mit Sophie und deren Familie, aus. "Eindrucksvoll" findet Henke die Darstellung vor allem der Beziehungen zwischen Fritz Hartnagel und Sophie Scholl, die viele Dimensionen zwischenmenschlicher Bereiche nachzeichnet. Ausführlich berichtet Henke über deren Beziehung und hebt hervor, dass sich der Wehrmachtsoffizier Hartnagel unter dem Einfluss Scholls zum überzeugten und konsequenten Gegner des Nazi-Regimes wandelte. "Vinkes bewegendes Porträt", resümiert der Rezensent, "hat auch den Freund von Sophie Scholl zum Vorbild gemacht".
An Hermann Vinkes neuem Buch gefällt Rezensent Volker Ullrich besonders, dass der Autor beim Schreiben so "behutsam" vorging. Vinke, der bereits vor über 20 Jahren ein mehrfach preisgekröntes Werk über Sophie Scholl verfasst hat, widmete nun ihrem Freund und Lebensgefährten eine "erste" Biografie. Dazu habe er "mit großem Einfühlungsvermögen" die zahlreichen Briefe Fritz Hartnagels an Scholl interpretiert, lobt der Rezensent. Diese "überraschend freimütigen" Dokumente zeigen dem Leser, dass das Verhältnis des Offiziers und der Abiturientin mitunter recht spannungsgeladen war. Vor allem Hartnagels anfängliche "Begeisterung" für das Soldatenleben stieß bei der Widerstandskämpferin auf Kritik. Doch Hartnagel "reifte" in der Beziehung und so kann nach Ansicht des Kritikers sein "aufrechter Lebensweg" jedem Leser auch heute noch "Vorbild" sein.
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