Mit 27 Abbildungen. Die vorliegende Lebensbeschreibung schildert den von dramatischen Wendungen geprägten Werdegang des deutschen Offiziers Botho Henning Elster, der von 1914 bis 1945 unter drei Staatsformen als Fähnrich, Schutzpolizist und schließlich Panzergeneral Dienst tat. Sie dokumentiert auf beeindruckende Weise, wie eng die Biografie eines einzelnen Wehrmachtsangehörigen mit der wechselvollen deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert verknüpft war. Anhand zahlreicher Dokumente und Briefe aus dem Privatarchiv seines Sohnes gestattet das Buch intime Einblicke in die inneren Beweggründe eines Mannes, der Zeit seines Lebens nicht bereit war, die Grenzen des Gehorsams zu akzeptieren, wenn dies die Preisgabe humanitärer Ideale zur Folge gehabt hätte. Am Ende seiner Laufbahn zeichnete Elster für die größte Massenkapitulation des Zweiten Weltkrieges an der Westfront verantwortlich, durch die er nahezu 20000 Soldaten seiner "Fußmarschgruppe" das Leben rettete: Ein allein durch sein Gewissen geleiteter Akt des offenen militärischen Widerstandes, der die Verurteilung zum Tode zur Folge hatte. Die erst 1998 per Gesetz erfolgte Aufhebung dieses Unrechtsurteils fand in der Öffentlichkeit zunächst keine Beachtung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.2006
Instruktiv erscheint Peter Badenhop diese Biografie über den heute vergessenen Generalmajor Botho Henning Elster, die dessen Sohn Welf Botho Elster verfasst hat. Der Generalmajor setzte nach Darstellung des Rezensenten im September 1944 in Frankreich eine Massenkapitulation gegen alle Befehle der Wehrmachtsführung durch und rettete so Tausenden deutschen Soldaten und französischen Zivilisten das Leben. Während amerikanische Offiziere und französische Widerstandskämpfer seinen Mut würdigten, verurteilten ihn die Nazis in Abwesenheit zum Tod. Auch nach dem Krieg begegneten ihm weite Teile der deutsche Gesellschaft mit Ablehnung. Badenhop würdigt die ausführliche Schilderung von Werdegang und Persönlichkeit des Majors, für die Elster zahlreiche Briefe und Dokumente herangezogen hat. Er hebt zudem die Darstellung der tiefen seelischen Verletzung Elsters hervor, der nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft beruflich nicht mehr Fuß fassen konnte und 1952 mit 58 Jahren starb.
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