Herausgegeben von Nikola Herweg und Christoph Willmitzer. Von 1960 Bis 1970 haben sie sich Briefe geschrieben und ihre Werke geschickt, beide sind Überlebende der Shoah und doch höchst unterschiedliche Naturen: Hilde Domin, die optimistische "Dichterin der Rückkehr", die sich zeitlebens für eine versöhnliche Remigration nach Deutschland eingesetzt hat, und Nelly Sachs, für die der kurze Besuch in der ehemaligen Heimat zur psychischen Belastung wird. Nähe und Fremdheit der beiden "Schwestern" - so die wechselseitige Anrede - prägen den Briefwechsel. Zur Sprache kommen darin persönliche Befindlichkeiten und öffentliche (Nicht-)Erfolge, Fragen der Politik und Fragen der Poesie. Das Brief-Gespräch verläuft nicht ohne Spannungen, und so ist es vielleicht kein Zufall, dass sich die beiden Frauen - trotz verschiedener Anläufe - persönlich nie begegnet sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.12.2016
Rezensent Martin Oehlen lässt sich von den von Nicola Herweg und Cristoph Willmitzer herausgegebenen Briefen, die Nelly Sachs und Hilde Domin miteinander wechselten, nicht täuschen. Dass die in den Briefen beschworene Wahlverwandtschaft und Liebe im wirklichen Leben keine Grundlage hatte, darauf weisen ihn die Herausgeber hin. Oehlen freut sich dennoch über die mit diesem Band, wie er findet, sorgfältig und vollständig dokumentierte Korrespondenz.
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