16 Farbtafeln mit 29 Abbildungen und 53 schwarzweißen Abbildungen. Dieses Buch entwickelt einen neuen Blick auf die Malerei des Informel und übergreift das bisherige Verständnis dieser Kunst auf bislang ungewohnte Weise: ihren Bezug auf die Wirklichkeit. Anhand der Werke einzelner Künstler wie Fautrier, Wols, Tapies, Vedova oder Schumacher wird dargelegt, dass es sich bei dieser Malerei nicht um einen Stil im herkömmlichen Sinne handelt, sondern um eine Haltung. Was die Arbeiten verbindet, ist das "Prinzip der Formlosigkeit" als Ausdruck dieser Erfahrung von Zusammenbruch und Verlust jeglicher Ordnung. Dagegen versucht sich das Ich zu behaupten durch Ausgriffe auf jene Ordnungen, wie beispielsweise die Kalligraphie sie darstellt. In Exkursen und Rückgriffen auf vorhergegangene künstlerische Entwicklungen wird hier zudem verdeutlicht, dass die "informelle", offene Bildform gewissermaßen eine Radikalisierung jener Frage- und Problemstellungen darstellt, die in vielfältiger Form von der Moderne insgesamt reflektiert werden. Dabei wird dem Vorwurf der Wirklichkeitsflucht, wie er dieser Malerei häufig auch noch bis heute gemacht wird, entschieden widersprochen!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2007
Rezensent Hans-Peter Riese begrüßt Rolf Wedewers Arbeit über die Kunst des "Informel". Er attestiert dem Autor einen überzeugenden Ansatz, um diese Richtung adäquat zu erfassen und die Frage zu beantworten, ob es sich dabei um einen Stil oder eine Haltung handelte: die Differenzierung zwischen einer problemgeschichtlichen Ebene und einer kunsthistorischen Fragestellung. So gelingt es Riese seines Erachtens nicht nur, einen theoretischen Rahmen für die informelle Kunst zu entwickeln, sondern auch ein "faszinierendes Panorama" dieser Kunst im Einzelnen zu zeichnen. Besonders lobt er die Bildbeschreibungen und würdigt den Autor dabei als "außerordentlich präzise analysierenden und insbesondere genau schauenden Beobachter".
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