Honore de Balzac

Denn Ihnen sage ich alles!

Briefwechsel mit Zulma Carraud
Cover: Denn Ihnen sage ich alles!
Matthes und Seitz, Berlin 2024
ISBN 9783751800570
Gebunden, 504 Seiten, 44,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Ulrich Esser-Simon. Der Briefwechsel Balzacs mit Zulma Carraud, seiner "Seelenschwester", wie er sie nannte, ist einzigartig. Er zeigt den Menschen und Romancier Balzac über zwei Jahrzehnte hinweg zum Teil so menschlich wie sonst kaum eine seiner zahlreichen Korrespondenzen. Weder in den Briefen an seine Schwester Laure noch in denen an seine wesentlich ältere Geliebte Madame de Berny noch in dem umfangreichen Austausch mit seiner späteren Ehefrau Ewelina Hańska offenbarte sich Balzac derart ungezwungen und aufrichtig wie hier. Die verheiratete, ihre Kinder erziehende und später als Schriftstellerin erfolgreiche Zulma Carraud gab Balzac unschätzbare Lebensratschläge und hielt ihm unverblümt den Spiegel vor. Sie war begeistert von seinen Werken, lieferte ihm wertvolle Informationen und musste ihn oft ermutigen. Allerdings scheute Zulma auch nicht vor barscher Kritik zurück, nicht nur hinsichtlich Balzacs Arbeiten, sondern auch mit Blick auf sein Privatleben - seien es sein verschwenderischer Luxus, sein unangemessenes Dandytum, seine aristokratischen Liebschaften oder seine finanziellen Miseren. Stets bewies sie sich als würdige Gesprächspartnerin. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2024

Rezensentin Barbara von Machui begrüßt das Erscheinen des Briefwechsels Honoré de Balzacs mit seiner langjährigen Freundin Zulma Carraud im Verlag Matthes & Seitz sehr. Der Großteil des Briefwechsels des bedeutenden Schriftstellers lag bereits vor, gerade der von 1830 bis zu Balzacs frühem Tod währende Austausch mit Carraud, mit der ihn laut der Rezensentin weder Erotik noch materielle Interessen verbanden, allerdings nicht. Die spätere Kinderbuchautorin war, so von Machui, eine wichtige Freundin und Gesprächspartnerin für Balzac, mit der er nicht nur außergewöhnlich offen sprach, sondern die ihn auch ermahnte, vor seinem ausschweifenden Lebenswandel zu schützen versuchte und ihm immer wieder eine Zuflucht außerhalb von Paris bot. Umso wichtiger, dass der Briefwechsel nun in der Übersetzung von Ulrich Esser-Simon vollständig vorliegt.

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