Horst Teltschik

Die 329 Tage zur deutschen Einigung

Das vollständige Tagebuch mit Nachbetrachtungen, Rückblenden und Ausblicken
Cover: Die 329 Tage zur deutschen Einigung
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2024
ISBN 9783525302651
Gebunden, 992 Seiten, 89,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Michael Gehler. Engster Mitarbeiter und wichtigster außenpolitischer Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl war Horst Teltschik. Sein komplett freigegebenes Tagebuch vom 9. November 1989 bis zum 3. Oktober 1990 beginnt mit der offenen Mauer, beleuchtet den Zehn-Punkte-Einigungsplan, berührt den Zusammenbruch der DDR, wie grünes Licht aus Moskau kam, aber auch wie heikel Fragen der NATO-Zugehörigkeit des vereinten Deutschlands und der Oder-Neiße-Grenze waren, der Westen seinen Frieden mit der Einheit machte, Kredite für die Sowjetunion und Kooperation mit Gorbatschow als Katalysatoren wirkten, positive Signale von Gipfeltreffen ausgingen und sich das Wunder von Moskau ereignete. Kohl wurde von Teltschik kompetent begleitet und wegweisend beraten. Mit ausführlichen Nachbetrachtungen und gezielten Rückblenden in Interviews mit Teltschik waren Kommentare und Rekonstruktionen unausgesprochener Hintergründe zu seinen Aufzeichnungen möglich, so dass neben der Tagebuch- auch eine Zeitzeugen-Edition vorliegt. Neben weiteren Dokumenten, einer Bibliografie und Chronologie runden Orts-, Sach- und Personenregister ein einmaliges und umfassendes Quellenwerk zur Geschichte der deutschen Einigung ab.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.12.2024

Der Publizist und Rezensent Norbert Pötzl freut sich, mit dem Buch von Helmut Kohls langjährigem Berater Horst Teltschik in den "Maschinenraum der Macht" blicken zu können: Teltschick hat insbesondere zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung tagebuchartig Notizen über das aktuelle Geschehen angefertigt, die nun erstmals in umfassender Form vorliegen, ergänzt durch Einordnungen des Herausgebers, Historiker Michael Gehler, der lange Gespräche mit dem Verfasser geführt hat. Auf lebendige Art teilt Teltschik etwa gegen Hans-Dietrich Genscher und dessen vorpreschende Art aus, erklärt aber auch Zentrales zur Entstehung der legendären Zehn-Punkte-Rede Kohls, die "von Parteitaktik getrieben" war, so Pötzl. Er hätte gerne noch etwas zum direkten Verhältnis Kohl-Teltschik erfahren, schließt er.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2024

Manche Redundanz, vor allem aber viel Wissenswertes zum deutsch-deutschen Einigungsprozess macht Rezensent Peter Hoeres in dieser Veröffentlichung aus. Es handelt sich um eine Neuausgabe der Tagebücher des Helmut-Kohl Beraters Horst Teltschik, die nun erstmals ungekürzt vorliegen und von Michael Gehler unter anderem um eine Einleitung, Anmerkungen und ein ausführliches Gespräch mit Teltschik ergänzt wurden. Entlang Teltschiks Ausführungen rekapituliert Hoeres einige Aspekte der Ereignisse im November 1989 und geht dabei insbesondere auf die Frage ein, wie Helmut Kohl dazu kam, die Einheit als Ziel seiner Politik auszurufen, was unter anderem mit interner Konkurrenz innerhalb der CDU zu tun hatte. Teltschik geht außerdem, lesen wir, auf das nach wie vor aktuelle Thema der NATO-Osterweiterung ein, das damals ein Streitpunkt mit Hans-Dietrich Genscher war, Teltschik selbst verweist auf ein Telefonat, das er 2006 zum Thema mit Putin geführt hat. Auch gelästert wird in diesem Buch, weiß der Rezensent schließlich zu berichten, unter anderem darüber, dass Schäuble Teltschik nie grüßte. Insgesamt ein wichtiges Buch über den Weg zur Einheit, von einem der Hauptbeteiligten, so das Fazit.

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