Hugh Kennedy

Das Kalifat

Von Mohammeds Tod bis zum 'Islamischen Staat'
Cover: Das Kalifat
C.H. Beck Verlag, München 2017
ISBN 9783406713538
Gebunden, 367 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff. Stellvertreter Gottes und Nachfolger Mohammeds: Die Kalifen sind von einer besonderen Aura umgeben, auch wenn die erstrebte Machtfülle oft ausblieb. Hugh Kennedy schildert die Geschichte der "Führer aller Gläubigen" und zeigt, wie sich nach der Abdankung des letzten osmanischen Kalifen 1924 ein Vakuum bildete - wie gemacht für den IS. Gleich nach dem Tod Mohammeds im Jahr 632 entstand mit Abu Bakr als neuem Oberhaupt der Gemeinde das Kalifat. Aber von Anfang an stellten sich heikle Fragen: Wer war ein legitimer Kalif? War der Stellvertreter des Propheten auch Statthalter Gottes? War das religiöse Oberhaupt aller Muslime zugleich ihr politisches? In dieser ersten Gesamtgeschichte der Kalifen erzählt Hugh Kennedy die Entwicklung des mächtigen Amtes von seiner Entstehung über die glanzvollen Bagdader Kalifate bis zur Neuzeit. Die osmanischen Sultane kompensierten mit dem Amt den Verfall imperialer Macht, heizten dadurch aber seit dem 19. Jahrhundert die Sehnsucht nach der Zeit der ersten Kalifen an, die auch den Salafismus prägt. Hugh Kennedy zeigt, wie sich bis heute im Kalifat Größe und Krise des Islam spiegeln, auch wenn es seit Langem keinen mehrheitlich anerkannten Kalifen mehr gibt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2017

Wolfgang Günter Lerch erfährt vom Islamwissenschaftler Hugh Kennedy, dass nicht die Idee des Kalifats an sich gefährlich ist, sondern ihre Kaperung durch den IS. Wenn der Autor die Geschichte des Kalifats von Mohammeds Tod bis heute beleuchtet, rührt er damit laut Lerch an die Frage nach der Struktur der Gemeinschaft der Muslime. Die sunnitische Kalifatstradition zeigt Lerch, wie absurd die Berufung des IS auf sie ist. Kennedys Darstellung findet Lerch ausführlich und differenziert.

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