Der Vormarsch der Milizen des selbsternannten Islamischen Staats gehört derzeit zu den beherrschenden Nachrichtenthemen. In ihm zeigt sich eine neue Qualität des Terrors, der mit dem Export des Heiligen Kriegs, des Dschihad, auch nach Europa überzuschwappen droht. Doch wie konnte es zu dieser bedrohlichen Entwicklung kommen? Wilfried Buchta, ein ausgewiesener Kenner der Region, zeichnet die fatalen Ereignisse im Nahen Osten nach. Er beleuchtet dabei die Rolle der wichtigsten Akteure und Machtfaktoren und erklärt, welche Handlungsoptionen dem Westen heute noch bleiben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.07.2015
Moritz Behrendt hat mit Wilfried Buchtas Band über den Aufstieg des Islamischen Staats im Irak sehr viel gelernt. Der Islamwissenschaftler Buchta, informiert der Rezensent, war von 2005 bis 2011 für die UN im Irak tätig und schildere seine Erkenntnisse klar, präzise und nüchtern, ohne sich mit persönlichen Eitelkeiten aufzuhalten. Besonders interessant findet der Rezensent, wie Buchta die Zerstörung des irakischen Staatswesens unter Saddam Hussein in den neunziger Jahren beschreibt, in dem Saddam nach den Aufständen der Schiiten und Kurden einen Schattenstaat aus Geheimdiensten und loyalen Netzwerken förderte, dessen zentrale Figuren sich heute auch wieder in führenden Positionen des Islamischen Staats wiederfinden. Auch die Verweise auf die seltsame Bürokratie der Terrorgruppe verfolgt der Rezensent mit Interesse, ihm zufolge werden sogar die Urlaubsanträge der Kämpfer penibel archiviert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.06.2015
Einige Einsichten teilen alle ernst zu nehmenden Bücher, die in der letzten Zeit über den Islamischen Staat herausgegeben wurden, berichtet Martina Doering: der IS ist nicht urplötzlich auf der Bildfläche erschienen, die USA sind mitverantwortlich an seinem Anwachsen, und er wird so schnell nicht wieder verschwinden. In "Terror vor Europas Toren" liefert der Islamwissenschaftler Wilfried Buchta eine gelungene Analyse der Kalifat-Grundlagen, lobt die Rezensentin. Die Eroberung der irakischen Stadt Mossul sei nur ein erster Schritt zur Auflösung der nationalstaatlichen Grenzen gewesen, die der Westen einst gezogen hatte - was trotz einer Niederlage in Kobane keinesfalls außerhalb des möglichen liege, fasst Doering zusammen.
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