Unter den Augen der staunenden Weltöffentlichkeit haben Islamisten der Miliz Islamischer Staat in Irak und Syrien (ISIS) ein riesiges Gebiet mit Großstädten, Waffenarsenalen und Ölvorkommen unter ihre Kontrolle gebracht, das sie mittlerweile Kalifat nennen. Diese größte Terrororganisation aller Zeiten rekrutiert sich aus der arabischen Welt, aus Europa und gerade auch aus Deutschland. Sie gewähren zu lassen, bedroht den Frieden in der Region. Sie anzugreifen, birgt unabsehbare Anschlagsrisiken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2014
Wer die jüngsten dschihadistischen Entwicklungen im Irak und in Syrien verstehen will, dem empfiehlt Rezensent Wolfgang Günter Lerch das Buch des Orientalisten Behnam Timo Said. Der Autor lehrt ihn, dass der IS weder ein plötzlich auftauchendes Phänomen ohne nähere Ursachen ist, noch ein rasch vorübergehendes. Die Ereignisse in Syrien und dem Irak schildert ihm Said ausführlich und greift darüber hinaus dschihadistische Entwicklungen in anderen Regionen des Nahen Ostens auf. In seiner Ursachenforschung führt ihn der Autor zurück bis zu den Afghanistan-Kriegen und dem Sturz Saddam Husseins und stellt ihm überdies junge salafistisch geprägte Kämpfer aus Deutschland vor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2014
Ein höchst aktuelles Buch hat Rezensent Christoph Ehrhardt mit Behnam T. Saids "Islamischer Staat" gelesen. Er folgt hier dem Islamismus-Experten bei seiner Recherche nach den Ursprüngen des islamischen Staates, erfährt etwa, dass jener eine lange in der Levante verwurzelte Tradition hat, erhält Einblicke in die ideologischen Konzepte der radikalen Islamisten und lernt entscheidende Protagonisten, etwa syrische Dschihad-Strategen kennen. Auch den deutschen Syrien-Reisenden widme sich Said in seinem Buch, so Ehrhardt, der aber leider feststellen muss, dass der im Verfassungsschutz tätige Autor sich hier äußerst bedeckt hält. Darüber muss der Rezensent gestehen, dass ihn nicht jede Erklärung Saids vollkommen überzeugen kann, als ausgezeichnete "Materialsammlung" kann er dieses Buch aber in jedem Fall empfehlen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.11.2014
Sehr hilfreich findet Rudolph Chimelli diesen Band, den er als "unverzichtbares Handbuch der islamistischen Internationale" bezeichnet. Hier lernt er alle über die führenden Gestalten des Dschihads, seine einzelnen Gruppen und Untergruppen, über Propaganda und Netzwerke. Zudem sieht der Rezensent hier gut dargestellt, dass der islamische Staat in Syrien alles andere als aus dem Nichts entstanden ist, sondern in einer langen Geschichte der Unterdrückung der sunnitischen Minderheiten und der Muslimbrüder wurzelt. Besonders interessant findet Chimelli, dass Behnam T. Said die Dschihadisten in Deutschland als eher "winziges Häuflein mit vorwiegend virtueller Existenz" beschreibt, immerhin sei der Autor Mitarbeiter des Hamburger Verfassungsschutzes.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…