Die obige Preisangabe bezieht sich auf Abnahme des Gesamtwerks. Herausgegeben von Lothar Albertin und Christoph Müller. Dieser Band umfasst die politischen Schriften von Hugo Preuß aus der Zeit von 1885 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Bismarck hatte einen Teil der liberalen Forderungen verwirklicht, indem er die Einheit Deutschlands herstellte. Aber zugleich hatte er die Kraft der liberalen Bewegung gebrochen. In dieser Krise des Liberalismus wollte Preuß eine Brücke zur demokratischen Arbeiterbewegung schlagen, wie das in England die Fabian Society und in Frankreich Jean Jaures und die Radikalsozialisten zu Wege gebracht hatten. Erst als das Kaiserreich in der militärischen Niederlage zusammenbrach, konnte er versuchen, seine Reformkonzepte, die sich bisher auf die Berliner Kommunalpolitik beschränkt hatten, zu verwirklichen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.11.2007
Eberhard Straub begrüßt diesen ersten Band der gesammelten Schriften von Hugo Preuß, den der Historiker Lothar Albertin herausgegeben hat. Sein Blick auf den Politiker und Juristen, der als Vater der Weimarer Verfassung gilt, fällt gleichwohl kritisch aus. Er charakterisiert den Liberalen, der oft und gern die Bürokratie und den mangelnden Bürgersinn seiner Zeitgenossen beklagte, als ein "Opfer liberaler Mythen und Legenden". Auch kann er ihm den Vorwurf nicht ersparen, sich bei seinem Plädoyer für die Freiheit, die bürgerliche insbesondere, immer wieder in Widersprüche zu verwickeln. Etwa, dass er einerseits zwar den Obrigkeitsstaat geißelte, andererseits aber sogleich den Sozialdemokraten Friedrich Ebert im November 1918 dabei unterstützte, die Revolution mit Hilfe der Beamten und Soldaten zu unterdrücken. Insgesamt scheint Preuß bei Straub einen ambivalenten Eindruck zu hinterlassen. So hält er zwar leicht sarkastisch fest, Preuß verdiene ein "Prunkgrab mit der Ausgabe seiner Schriften", unterstreicht aber zugleich, in seinen Schriften werde "der Mensch mit dem Bürger und noch nicht mit dem Verbraucher verwechselt."
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