Ibrahim al-Koni

Schlafloses Auge

Aphorismen aus der Sahara
Cover: Schlafloses Auge
Lenos Verlag, Basel 2001
ISBN 9783857873201
Gebunden, 144 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Ausgewählt und aus dem Arabischen übersetzt von Hartmut Fähndrich. Mit 32 Farbfotos von Alain Sebe. Grosse Gedanken in einen kleinen Satz zu packen, eine potentiell ausführliche Erörterung in wenige Worte zusammenzufassen - das ist die Kunst des Aphorismus. Es ist eine Kunst, in der sich Ibrahim al-Koni, der Autor aus der Sahara, für den die Wüste die Welt ist und die Welt sich aus Gegensätzen aufbaut, seit Jahren übt. Inzwischen hat er neun Bände mit Aphorismen veröffentlicht. Der ist illustriert mit farbigen Fotos des französischen Fotografen Alain Sebe, der mehrere Bildbände über die Sahara und die Kultur der Tuareg publiziert hat.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.04.2002

Nach der "ersten Salve apodiktischer Wahrheiten" über den Gegensatz zwischen Zivilisation und Natur, Stadtleben und der "Oase der Ewigkeit", der Wüste, wird der Leser sich "pikiert" fragen, ob Ibrahim al-Konis "kurze Weisheiten" über die Wüste, in der er selbst aufgewachsen ist, gerade mal der "Rousseaunismus eines reizüberfluteten Stadtmigranten" - al-Koni lebte zeitweise in Moskau und heute in der Schweiz - seien, orakelt Ludwig Ammann. Doch dem "Sog" dieser "spirituellen Naturschau" könne man sich nicht entziehen, ist der Rezensent überzeugt und schwärmt wie der Autor für das ergreifende Schauspiel einsamer Wüstenlandschaften. Verstärkt würden diese Eindrücke auch durch die "überwältigend schönen" Wüstenaufnahmen von Alain und Berny Sèbes, die den Band ergänzten, so Ammann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2002

Ganz gnädig räumt Stefan Weidner ein, man solle außer Gaddafi noch mindestens einen weiteren Libyer kennen, und zwar den 1948 in der Sahara geborenen Tuareg Ibrahim al-Koni, den der Rezensent zu den "Großen" der arabischen Literatur zählt. Dessen Gesamtwerk, rund vierzig Romane, Kurzgeschichten und Aphorismen, kreist, weiß Weidner, stets um "die grenzenlose Hingabe" des Menschen an die Natur. So auch im vorliegenden Band, ein "kleiner Querschnitt" aus dem zehn Bände umfassenden aphoristischen Werk, der ergänzt wird mit "wunderschönen" Fotos des Wüstenfotografen Alain Sèbe, berichtet Weidner. Die findet der Rezensent allerdings verglichen mit den Texten al-Konis zu schön, denn was dort vorherrsche, sei die Verbannung des Menschlichen aus der Natur: Vielmehr werde die Natur anthropomorphisiert und über den Menschen gestellt. Einen epischen Resonanzraum dürfe der Leser hier nicht erwarten, so Weidner. Dafür aber geben die Aphorismen, meint der Rezensent, einen "Vorgeschmack" und eine "Deutungshilfe" für das epische Werk des Schriftstellers.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Stichwörter

Themengebiete


Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…