Herausgegeben von Jessica Ulrich, Friedrich Weltzien und Heike Fuhlbrügge. In den jüngsten wissenschaftlichen Entwicklungen zeichnet sich eine neue Positionierung zum Tier ab. Mit den Animal Studies etabliert sich eine Perspektive auf Tiere als Kulturwesen, wie sie dem geisteswissenschaftlichen Blick bislang fremd war. Die Publikation stellt das Tier u. a. als Kommunikationspartner, aber immer als Subjekt dar. Die Autoren beschäftigen sich z. B. mit einem bestimmten und einzigartigen Tier, wie Laika, dem Weltraumhund oder Bobby, dem Gorilla, jetzt präpariert ausgestellt im Naturhistorischen Museum Berlin. Aber auch namenlose Laborratten oder tierische Protagonisten der Weltliteratur, wie beispielsweise Thomas Manns Hund Bauschan, finden ihren Platz. Zudem gibt es tierische Beiträge mit kultureller Relevanz Tauben fotografieren Landschaft mit einem speziellen Apparat. Die im Buch versammelten Beiträge bilden so eine Synthese aus Wissenschaft und künstlerischen Positionen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.01.2009
Cord Riechelmann bespricht zwei Bücher in einer Doppelkritik, deren gemeinsamer Nenner darin zu bestehen scheint, dass darin Tiere mit Namen vorkommen. Der Sammelband "Ich, das Tier" rühmt der Rezensent als "wichtigste" Neuerscheinung zum Verhältnis von Mensch und Tier des vergangenen Herbstes und sieht darin nicht zuletzt gelungen in das Feld der "Animal Studies" eingeführt. "Animal Studies" untersuchen Tiere als Subjekte, erklärt der Rezensent, der sich von Akira Mizuta Lippit schon mal gut mit der Thematik und ihren Begrifflichkeiten vertraut gemacht sieht. Begeistert aber hat ihn offensichtlich der Text von Amy Nelson über Laika, den Hund, der 1957 mit Sputnik 2 um die Erde geschickt wurde. Die Autorin sieht in Laika einen "Vermittler" zwischen "Menschen- und Hundeidentität", wie der faszinierte Riechelmann verrät.
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