Elfenbilder sind ein primär englisches Phänomen des 18. und 19. Jahrhunderts. Die zunächst idyllisch wirkenden Darstellungen haben mit einem spielerischen Eskapismus, wie häufig angenommen, aber wenig zu tun. Elfen dienten vielmehr als Motive, mit denen ein moderner und kontroverser Themenbereich der Kunst erschlossen werden konnte: der menschliche Geist mit seinen vom klaren Wachzustand entrückten Bewusstseinslagen. Dorothee Gerkens zeigt, wie sich in Elfendarstellungen um 1700 bis in die 1860er Jahre ein neues Sujet herausbildete. In den Bildern, die häufig von Shakespeares Sommernachtstraum und Der Sturm inspiriert waren, werden Themen wie Traum, Imagination, Rausch, Trance und das Unbewusste behandelt. Die Verfasserin verbindet die kunsthistorischen Analysen mit den naturwissenschaftlichen, philosophischen und literarischen Diskursen der Zeit und liefert so eine neue Sicht auf die Elfendarstellungen und ihre Rolle für die Erkundung des modernen Subjekts.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2009
Mit Lob bedenkt Rezensentin Julia Voss diese Studie über Elfenbilder in der englischen Malerei, die Dorothee Gerkens vorgelegt hat. Sie attestiert der Kunsthistorikerin, die Entstehung der Elfenbilder sowie ihren Boom zwischen 1840 und 1860 erhellend darzustellen und insbesondere die Bedeutung der Literaturgeschichte sowie der Werke Shakespeares für dieses Genre herauszuarbeiten. Das große Verdienst der Autorin sieht sie indes darin, eine überzeugende neue Interpretation der Elfenbilder zu leisten und die bis heute oft vertretene Ansicht zu widerlegen, Elfenmalerei sei ein Eskapismus angesichts der Herausforderung der Moderne. Gerkens führt für Voss demgegenüber vor Augen, dass die Elfenbilder die Beschäftigung mit dem Rausch, dem Traum, dem Unbewussten reflektierten.
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