Der junge Arzt Christian Gim zieht mit seiner Frau Nina in einen kleinen Ort im dänischen Jütland und kauft sich in eine Praxis ein. Christian strahlt vor Vitalität, er ist begabt, ein guter Arzt - und doch merkwürdig passiv und unangemessen in seinen Gefühlsregungen. Während seine Frau eine Totgeburt durchlitt, hat er sie nur vertröstet, und jetzt ist Nina dabei, ihn zu verlassen. Christian zieht die Frauen an und braucht sie, aber die Leidenschaft und Sinnlichkeit der verheirateten Ragna sind ihm doch zuviel. Auch mit der Arztpraxis stimmt etwas nicht, Krankenakten sind beseitigt worden. In sein Haus wird eingebrochen, und er bekommt seltsame anonyme Anrufe. Ein Mädchen, das sich ihm wegen der Praktiken seines Vorgängers anvertraut hat, dringt in sein Haus ein und nimmt in seinem Bett eine Überdosis Tabletten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.10.2003
Die erotischen Passagen müssen es gewesen sein, die den Beck-Verlag veranlasst haben, dieses Buch zu verlegen, vermutet Thomas Wild. Anders kann er sich das sonst nicht erklären, biete der Roman der Dänin Ida Jessen doch schlichtweg keinerlei "literarisches Vergnügen". Die Komposition hat ihn nicht überzeugt, vor allem die Erzählperspektive aus einer "quasi-auktorialen Besserwisserperspektive" der kleinen Schwester des Protagonisten, der von seiner Frau verlassen und in einem dänischen Dorf mitten in "menschenleerem Grasland" von verschiedenen Katastrophen heimgesucht wird. Wohlwollend könne man die Mängel der Geschichte mit dem Zugeständnis tolerieren, dass das "reale Leben" einem eben Rätsel aufgebe, die nicht gelöst werden können. Wild ist das aber zu wenig, erwartet er doch von einem Buch mehr, als "einfach nur Merkwürdiges passieren zu lassen". Zu allem Unglück "taumelt" laut Rezensent die Übersetzung auch noch "permanent zwischen Schieflage und Stilblüte".
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