Ida Pohl-Sennhauser

Rattenschwanz und Schneckenschleim

Aberglaube oder vergessene Volksmedizin?
Cover: Rattenschwanz und Schneckenschleim
Böhlau Verlag, Wien 2007
ISBN 9783205777021
Gebunden, 272 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Wenn wir heute im Bereich der Heilmittel über lokales Wissen nachdenken, so fallen uns zunächst sicher Heilkräuter und damit in Verbindung stehende alte Hausrezepte ein, die nach wie vor im privaten Bereich ihre Anerkennung und Anwendung finden. Nun mag zwar der aufgeklärte Mensch grundsätzliche und auch berechtigte Zweifel an der Heilsamkeit von verschiedenen überlieferten Praktiken hegen, Tatsache ist, dass die Verwendung von natürlichen Ressourcen eine wesentliche Lebensgrundlage für jede Kultur bedeutet hat und immer noch bedeutet. Wir neigen heute gerne dazu, fremden, exotischen Traditionen gläubig zu folgen in der Hoffnung, Erkenntnisse über die verschiedensten körperlichseelischen Zusammenhänge zu erlangen. Heimische Mittel speziell wenn sie in Verbindung mit Ritualen angewendet werden fallen dagegen häufig unter Aberglauben und werden mangels wissenschaftlicher Beschäftigung als Kurpfuscherei und Scharlatanerie abgetan.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2008

Mit großem Unmut hat Robert Jütte Ida Pohl-Sennhausers Buch über die Verwendung von Tieren in der "Volksmedizin" aus der Hand gelegt. Zunächst einmal ist für ihn das Konzept des Buches, das neben tierisch obskuren und unappetitlichen Rezepten auch Redewendungen rund um die betreffenden Tiere versammelt, nicht schlüssig. Richtig aufregen kann sich der Rezensent zudem über den unreflektierten Begriff von Aberglaube und "Volksmedizin", die nach heutigem Forschungsstand doch wohl unter dem Stichwort "medikale Kultur" untersucht werden sollte, wie Jütte anmahnt. Geradezu ungläubig aber reagiert er auf den Umgang der Autorin mit ihren Quellen. Nicht nur, dass Pohl-Sennhauser statt auf einschlägige und in der Forschung anerkannte Werke auf höchst dubiose Bücher zurückgreife, ärgert ihn, sondern auch der nachlässige Umgang mit Quellennachweisen, Autorennamen und Datierung.
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