Sie wurden ihrer Identität beraubt, gedemütigt und entwürdigt: Tausende polnische Kinder wurden aufgrund ihres "arischen" Erscheinungsbildes von Dienststellen des Deutschen Reiches als "eindeutschungsfähig" bewertet, gewaltsam aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen und in das "Altreich" und in die "Ostmark" deportiert. Im "Lebensborn"-Heim "Alpenland" nahe Gmunden wurden die Jungen und Mädchen schließlich rigoros mit diversen "Eindeutschungsmaßnahmen" konfrontiert, um als "deutsche" Pflegekinder an österreichische Familien vermittelt zu werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2010
Gelungen findet Christoph Klessmann dieses Buch über die Eindeutschung polnischer Kinder in der NS-Zeit von Ines Hopfer. Dass im Zuge von nationalsozialistischen Germanisierungsbemühungen - Polen war in dieser Hinsicht für die Nazis eine Art Experimentierfeld - über 20 000 polnische Kinder ins deutsche Reich verschleppt wurden, war seines Erachtens "nicht unbekannt". Wie dieser Prozess - Erfassung, Prüfung, Verschickung, Unterbringung der Kinder in Heimen und Pflegefamilien - aber im Einzelnen ablief, darüber war laut Klessmann kaum etwas bekannt. Bei Hopfer findet er diesbezüglich genaue Auskünfte. Er attestiert der Autorin nicht nur akribische Quellenrecherche und wertvolle Interviews mit Betroffenen, sondern auch große Empathie für die Kinder als Opfer. Dargestellt werden auch die Schwierigkeiten der Rückkehr nach Kriegsende.
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