Wer sind die Leute, von denen Inge Heym erzählt? Ein Künstler ist darunter, alleinstehend, Besitzer eines gelben Trabants, also, was die Damen angeht, ist er geradezu gefährdet. Und ein Rentner, der ins Gerede kommt: "Je oller, je doller." Auch Eddi, der meint, wir haben den Sozialismus aufgebaut, nun sollen mal andere ran. Dann der ominöse Herr Ziepke, den selbst die Gören auf der Straße Staasiziepke nennen. Inge Heyms Geschichten erzählen über eine Zeit, die vorüber ist, über Probleme, die so nicht mehr existieren. Aber sie erzählen über Lebenssichten und Empfindungen, über Bodenständiges und Schnoddrigkeit, über Leute mit viel Herz und Schnauze.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2000
In seiner kurzen Besprechung äußert sich Walter Hinck freundlich über das Buch, auch wenn er keinen "explosiven Zündstoff" darin erblicken kann. Die Erzählungen, die bereits in den achtziger Jahren entstanden, doch erst jetzt erschienen sind, porträtierten den Alltag in der DDR mit feinem Gehör für die berühmte Berliner "Schnauze", so der Rezensent anerkennend. Und so schlage die Autorin zwar "aus der Asche der DDR nur noch Funken", ohne jedoch ernsthaft Kritik am Staat zu üben, doch seien ihre Schilderungen allemal für die Leser interessant, die etwas über die Berliner Geschichte erfahren möchten, meint der Rezensent.
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