In einer Auswahl übersetzt, kommentiert und mit einem Nachwort von Renate Bleibtreu. Sein langes kreatives Leben über führte Ingmar Bergman Arbeitstagebücher: kleine Spiralhefte, in denen er erste Entwürfe seiner Geschichten niederschrieb und auch während der Arbeit an einem Film oder Buch weiter Notizen machte. In seinen autobiografischen Texten zitiert er ab und zu aus diesen Notizen - ansonsten blieben sie zu seinen Lebzeiten unveröffentlicht. Diese Auswahl aus den Heften bietet nun einen einzigartigen Einblick in seinen kreativen Arbeitsprozess, zeigt aber auch den Menschen und Künstler Bergman noch einmal ganz neu. Hier haben wir teil an einer besonderen Form des autofiktionalen Schreibens, das stets um den eigenen Schaffensprozess kreist. Und so ist es nicht zuletzt ein Bericht darüber, wie ein großer Künstler seine unvergesslichen Geschichten und Bilder zum Leben erweckt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2021
Für den Rezensenten Fritz Göttler sind die von Renate Bleibtreu ausgewählten und übertragenen Arbeitsnotizen Ingmar Bergmans aus den Jahren 1955-2001 geschriebene Filme, manche davon wurden auf Film realisiert, andere nicht. Göttler begegnet Visionen und Notizen, die ihm verdeutlichen, wie eng Wort und Bild beieinander liegen, etwa in den rohen Notaten zu einem Splatterfilm (aus dem "Die Stunde des Wolfes" wurde). Auch als Freudsches Traumtagebuch lassen sich die Notizen laut Göttler begreifen. Sie folgen einer eigenen Logik und gewähren einen Blick auf das Über-Ich des Künstlers, glaubt er.
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