Wie kann die Ökonomik als Wissenschaft zur Lösung politischer Probleme beitragen, wenn diese in der demokratischen Oeffentlichkeit Gegenstand wertstrittiger Auseinandersetzungen sind? Die Ökonomik kann nur dann zur Problemlösung beitragen, wenn sie wertstrittige Frontstellungen der öffentlichen Auseinandersetzung nicht fraglos akzeptiert und sich zu eigen macht, sondern wenn sie mit Hilfe einer positiven Analyse die Wahrnehmung der Konfliktsituation verändert: Es geht um eine veränderte Sicht der Dinge, um einen wertfreien Umgang mit Werten im Sinne Max Webers. Hierzu entwickelt Ingo Pies einen ökonomischen Ansatz diskursiver Politikberatung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2001
Obwohl Markus C. Kerber an diesem Band auch einiges auszusetzen hat, so lobt er ihn dann schließlich doch als "insgesamt sehr lesenswert". Kritik bringt er vor allem dort an, wo er bei Pies eine stärkere Argumentation erwartet hätte, etwa wenn es um die Anwendung der "'orthogonalen Positionierung' auf konkrete Fragen" geht. Hier bietet der Band nach Ansicht des Rezensenten nur wenig Neues, außerdem bleibt der Autor für Kerbers Ansprüche oft etwas zu vage. Ähnliches gilt für Pies' Darstellung der 'orthogonalen Positionierung' in Bezug auf die Arbeitsmarktpolitik, wo Kerber offenbar unter anderem eine stärkere Miteinbeziehung des Faktors der Nachhaltigkeit vermisst. Insgesamt hatte sich der Rezensent- trotz insgesamt positivem Gesamteindruck - mehr empirische "Belege und Beispiele" in diesem Band gewünscht.
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