Die Reformation war nicht nur ein historisches Ereignis mit weltweiter Wirkung, sondern eine spirituelle Revolution. Ihre Triebkraft war die befreiende Entdeckung, dass Gott in seiner Schöpfung bedingungslos als Kraft der Veränderung zum Guten gegenwärtig ist. Gott allein ist der Erste, alles andere das Zweite. Das führte existenziell zu einer Neuausrichtung des ganzen Lebens an Gottes Gegenwart und theologisch zu einer grundlegenden Umgestaltung der traditionellen religiösen Denksysteme. Indem die Reformatoren alles Leben und Denken, Erfahren und Leiden, Vorstellen und Tun kompromisslos auf die schöpferische Gegenwart Gottes hin ausrichteten, revolutionierten sie die christliche Lebens- und Denkungsart.
Das Buch des Systematikers und Religionsphilosophen Ingolf U. Dalferth legt dar, was es heißt, Gott vom Kreuzesgeschehen her theologisch zu denken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2019
Rezensent Tobias Schrörs empfindet die hier versammelten Vorlesungen und Vorträge, die der evangelische Theologe Ingolf U. Dolfarth im Reformationsjahr 2017 gehalten hat, als "radikal unzeitgemäß" im besten Sinne. Dass Dolfarth die von Historikern dominierte öffentliche Debatte über die Reformation streng theologisch führe und im Sinne Kants von einer "Revolution der Denkungsart" spreche, diese dann aber auf die spirituelle Ebene ausdehne, verbucht der Kritiker als Gewinn. Dalferths Plädoyer für einen "glaubenspraktischen Bezug" der Theologie und die Forderung einer "kompromisslosen Ausrichtung des Lebens an Gottes Gegenwart" erscheint dem Rezensenten einleuchtend. Auf gelegentlichen predigende Töne hätte er indes verzichten können.
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