Isabel Wilkerson

Kaste

Die Ursprünge unseres Unbehagens.
Cover: Kaste
Kjona Verlag, München 2023
ISBN 9783910372047
Gebunden, 576 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext

Rassismus, Sexismus, Klassismus sind Sprachen der Unterdrückung. Die Grammatik, die ihnen unsichtbar zugrunde liegt, ist das System der Kaste. In ihrer augenöffnenden Analyse legt die Historikerin und Journalistin Isabel Wilkerson den Blick frei auf eben dieses Regelwerk, nach dem wir entscheiden, wem in einer Gesellschaft Ressourcen und Respekt zugestanden werden - und wem nicht. Wilkerson betrachtet neben den USA die Kastensysteme Indiens und des Dritten Reichs. Sie zeigt, inwiefern selbst die privilegiertesten Menschen der westlichen Welt irgendwann einer benachteiligten Kaste angehören werden: der Kaste der Alten. Und sie erzählt eindrücklich aus dem eigenen Leben.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.06.2023

Rezensent Chris Schinke findet Isabel Wilkersons Ansatz, das indische Kastensystem auf die USA anzuwenden, grundsätzlich nicht uninteressant. Gerne verfolgt er, wie die amerikanische Autorin und Pulitzerpreisträgerin mit diesem System die gesellschaftlichen Ungleichheiten beschreibt, die auch heute noch das Land prägen und nach deren Logik Schwarze Amerikaner in eine untere Kaste einzuordnen wären. Dass Wilkerson dabei eine Parallele zur "Sündenbock"-Logik gegenüber Juden im Nationalsozialismus zieht, findet Schinke dann aber zu pauschal - gern hätte auf 500 Seiten Raum diesbezüglich etwas ausdifferenziert werden können, meint er. Wertvoller scheint ihm wiederum, wenn die Autorin die deutsche Erinnerungskultur als Vorbild für den amerikanischen Umgang mit der Vergangenheit ins Feld führt, wie auch Wilkersons Ausführungen zu Kontinuitäten des Rassismus in der Gegenwart oder zu ihrem Konzept der "radikalen Empathie". Für den Kritiker ein gesellschaftsanalytisch und kulturkritisch starkes Buch, wenngleich ihm die Kaste als Konzept hier etwas "starr" erscheint.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 28.03.2023

Rezensentin Alexandra Wach liest das Buch von Isabel Wilkerson als Kampfschrift gegen Rassismus und Diskriminierung in den USA und für das Niederreißen von Barrieren, die strukturelle Ungleichheit befördern. Wie die Autorin die heutige amerikanische Gesellschaft und den täglichen Rassismus dort mit dem indischen Kastensystem vergleicht, findet Wach bemerkenswert. Historische und persönliche Beispiele und Analysen zur Entstehung struktureller Diskriminierung machen das Buch für die Rezensentin zu einer aufrüttelnden Lektüre.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…