Zu den berühmtesten, aber auch rätselhaftesten Werken der Malerei gehören Goyas Maja-Bilder, die Nackte und die Bekleidete Maja, die heute im Prado nebeneinander hängen. Ursprünglich hingen sie im Geheimkabinett von Carlos' IV. Günstling und Minister Godoy zur Ergötzung seiner Freunde. Bis ins Jahr 1900 blieb die Nackte Maja, das einzige Aktbild Goyas, den Augen der Öffentlichkeit verborgen, und Gerüchte waren die Themen der Goya-Forschung. Wer war die laszive Schöne? Und für wen war sie gemalt worden? Ivan Nagel erzählt diese in der Kunstgeschichte einzigartige Legende spannend und geht mit geradezu kriminalistischem Spürsinn der Frage nach, wer mit welchen Absichten Modell, Auftraggeber und Besitzer zu verheimlichen, ja die Bilder zu vernichten suchte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.06.2011
Zum achtzigsten Geburttag Ivan Nagels bespricht Philipp Ramer zwei neue Bände einer kleinen Werkausgabe, die der Suhrkamp Verlag herausbringt, "Schriften zur Kunst" und "Schriften zum Drama". Auf den ersten Band geht Ramer dabei nur recht kurz ein und schildert, wie scheinbar unsystematisch und dabei erzählerisch sich Nagel Goyas nackter und bekleideter "Maja" und Johann Heinrich Danneckers Plastik "Ariadne auf dem Panther" widmet. Das Gute dabei: Nagel verschmäht auch das Anekdotische und Biografische nicht und spekuliert munter über das Modell zur Maja.
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