Die Welt des großen Zeichners Piranesi ist eine Welt der Ruinen und der Labyrinthe. Wer heute seine im Italien des 18. Jahrhunderts entstandenen Veduten - etwa die "Carceri d'Invenzione" - betrachtet, dem drängen sich Assoziationen zur Gegenwart auf. Martin Meyer stellt eine Piranesi-Interpretation ins Zentrum seiner Essays. Von dort aus spannt er Verbindungslinien zu Thomas Mann, Heidegger und Goya. Abstecher führen ihn bis zu Tim und Struppi: denn auch sie gehören in einen Denkzusammenhang, der die Gegenwart mit dem Wissen von Kunst, Literatur und Philosophie konfrontiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2009
Ganz gerührt tritt der Rezensent vor uns hin, um vom mitfühlenden Blick des Autors auf Schreibmaschinen und verwehte Klassiker wie Canetti, Thomas Mann und Schiller zu schwärmen. Kultur kommt und geht, jaja. Im Entdecken solcher Momente ("Erotik des Abschieds", oh la la) und abgelegten Repräsentanten ist der NZZ-Feuilletonchef Martin Meyer in seinen Essays ein Meister, meint Christian Schärf. Stilistisch und kenntnismäßig auch. Und weil Schärf sich als historisch denkender und archäologisierender Intellektueller bei Meyer so gut aufgehoben fühlt, glaubt er ihm sogar die Sache mit dem Wiedergängertum der Kunstwerke und also Künstler. Von wegen adieu.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…