Die Briefe des russischen Schriftstellers Iwan Gontscharow (1812-1891), dem Autor des Romans "Oblomow", zählen zu den Perlen des Briefgenres. Dieser Band enthält jene, die er von August 1855 bis Oktober 1856 an die Moskauer Adlige Jelisaweta Tolstaja (1827-1878) richtete. Im selbstironischen Ton erzählen sie die berührende Geschichte der leidenschaftlichen Liebe des 43-jährigen Schriftstellers zu der 28-jährigen, noch unverheirateten schönen Frau. Von der bald offensichtlich werdenden Ablehnung seiner Angebeteten lässt er sich erst einmal nicht beirren. Im Frühjahr 1856 schrieb Gontscharow in Marienbad den Oblomow zu Ende, in den die für ihn leidvolle Geschichte Eingang fand.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.11.2013
Erstaunlich, so findet der Rezensent Ulrich M. Schmid, dass der ewige Junggeselle Iwan Gontscharow im Alter von 43 Jahren doch noch eine Frau fand, in die er sich verliebte, und umso tragischer, dass diese Liebe anscheinend nicht erwidert wurde. Jelisaweta Tolstaja, eine junge Moskauerin war das Objekt seiner Begierde und er schrieb ihr um die dreißig lange Briefe, die nun in einer Gesamt-Ausgabe vorliegen. Vera Bischitzky, die den Rezensenten auch schon mit ihrer Übersetzung von "Oblomow" überzeugte, schaffe es, in der Übertragung ins Deutsche die literarische Dimension der Briefe offenzulegen, so Schmid, und lege keinen Wert auf voyeuristische Einblicke in das Privatleben des Schriftstellers, wie er erleichtert feststellt.
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