Ja, Panik, die mittlerweile in Berlin ansässige österreichische Gruppe, feiert im Herbst dieses Jahres ihren zehnten Geburtstag. Aus diesem Anlass haben sich die Mitglieder in einem einmonatigen Experiment gegenseitig ihre Version der Bandgeschichte erzählt.
Der Schlagzeuger Sebastian Janata und der Bassist Stefan Pabst begaben sich in die Ja, Panik-Archive in Wien und Berlin. Die Keyboarderin Laura Landergott interviewte die für die Bandgeschichte prägenden Persönlichkeiten. Die Resultate dieser Recherchen unterzog Songwriter Spechtl täglich einer strengen Prüfung.
So entsteht aus dem E-Mail-Verkehr eine Geschichte der Gruppe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2017
Rezensent "grae" hält das Buch der Musikgruppe Ja, Panik für den Citizen Kane der Bandporträts. Der Rückblick der Bandmitglieder auf zehn Jahre Bandgeschichte wird laut "grae" zur Spurensuche mit Hindernissen. Während der Sänger poptheoretische Erkenntnisse zum Medienwandel zum Besten gibt und schließlich verstummt, verliert sich der Bassist im Archiv und die Keyboarderin sucht nach Erinnerungen im O-Ton, erklärt der Rezensent das biografische Puzzle. Aus Bandhistorie, Parodie und Fiktion entsteht ein Werk ganz eigener Art, freut sich "grae".
Elias Kreuzmair hält die Band Ja, Panik für zukunftsweisend, auch wenn Sänger Spechtl das sicher ablehnen würde. Was die Bandmitglieder als Autorenkollektiv unterwegs in Berlin, Wien und den Tropen an Lesenswertem zusammentragen, hat für den Rezensenten jedenfalls wenig mit herkömmlicher Bandgeschichte zu tun. Zwar liest er auch Probenraumanekdoten und Interviews mit Bandbegleitern, doch was speziell Spechtl in Sachen Selbstvergewisserung, Künstlerethos und existenzielle Kunst aufschreibt beziehungsweise per Email-Austausch mit den Kollegen wälzt, geht für Kreuzmair deutlich in Richtung (frühromantischer) Literatur.
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