Jakob Arjouni

Chez Max

Roman
Cover: Chez Max
Diogenes Verlag, Zürich 2006
ISBN 9783257065367
Gebunden, 222 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Wir befinden uns im Jahr 2064. Die Welt ist durch einen Zaun geteilt: hier Fortschritt und Demokratie, dort Rückschritt, Diktatur und religiöser Fanatismus. Doch das Wohlstandsreich will verteidigt sein, Prävention ist angesagt wie noch nie. Dies ist die Aufgabe der beiden Ashcroft-Männer Max Schwarzwald und Chen Wu, Partner - aber alles andere als Freunde.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 18.11.2006

Rezensent Andreas Fanizadeh hatte gehörig Spaß an "Chez Max", dem neuen Buch Jakob Arjounis. Zwar trauert er dem Personal aus den früheren Kriminalromanen ein bisschen nach, insbesondere dem Ermittler Kayankaya. Doch die seither erfolgten Versuche des Autoren, sich in neuen literarischen Genres auszuprobieren, stoßen bei Fanizadeh auf Wohlwollen - auch diese "unaufgeregt und humorvoll angelegte negative Utopie" gefällt dem Rezensenten. Der Autor hätte sogar ruhig wenig mehr auf die Kraft seiner Erzählung vertrauen können, so Fanizadeh, der auch bemerkt, dass Frauen in der Geschichte etwas zu kurz kommen. Abgesehen davon sei die Geschichte eines Spions, der selbst zum Gejagten wird, durchaus clever eingefädelt, das "klassische Motiv" werde "geschickt neu variiert". Dem Rezensenten gefällt die Situationskomik, die der Autor mit wenigen Worten evozieren kann. Und eine literarische Referenz steckt auch noch in der Geschichte: Arjounis Protagonist erinnert Fanizadeh ein bisschen an Patricia Highsmiths Mr. Ripley.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006

So misslungen ist in seinen Augen das Buch, dass Thomas Wagner sich neue Wörter dafür ausdenken muss: "Zukunftsbedrohungsszenarienschnulze" zum Beispiel. Aber Wagner sagt es auch rundheraus: Jakob Arjounis Roman über die zivilisierte Welt im Jahr 2064 ist ein zähes Stück Text, voller Klischees, oberflächlich und als Science-Fiction weder als Persiflage noch als Krimi tauglich. Was ist schiefgegangen, dass hier nicht funktioniert, was bei Pynchon oder Philip K. Dick gelingt? Für Wagner ein klarer Fall von Eindimensionalität. Gern attestiert er dem Autor Perfektionismus und Ausdauer. Die für ein solches Unterfangen nötige Verrücktheit aber spricht er ihm entschieden ab.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2006

Jakob Arjounis Zukunftsvision eines "faschistischen Disneyland-Europas" im Jahr 2064 gefällt dem Rezensenten Kai Wiegandt aufgrund ihrer Aktualität und ihrer kritischen Seitenhiebe auf gegenwärtige politische Entwicklungen. Dass Arjouni dabei seinem Protagonisten und gedankenlosen Mitläufer Max Schwarzwald ausgerechnet einen deutschen Namen verpasst, interpretiert der Rezensent als Hinweis darauf, dass gerade die in der Vergangenheitsbewältigung versierten Deutschen dazu neigen könnten, im "ultrakorrekt daherkommenden Euro-Totalitarismus" Zuflucht zu suchen. Arjounis politischer Ehrgeiz sei zwar lobenswert, an der literarischen Qualität hat der Rezensent jedoch so seine Zweifel: Schwarzwald mangele es an Vielschichtigkeit und dadurch an Glaubwürdigkeit.

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