Aus dem Englischen von Annabel Zettel. James Lovelock, der Schöpfer der Gaia-Hypothese, ist im vergangenen Juli 100 Jahre alt geworden - und hat ein neues Buch mit einer spektakulären These veröffentlicht. Darin prophezeit er gelassen das Ende des Anthropozäns und den Anbruch einer neuen Zeit: Mit unserer Gegenwart hat das "Novozän" begonnen, das Zeitalter der Hyperintelligenz. Schon sehr bald wird aus der künstlichen Intelligenz eine neue Art von Lebewesen hervorgehen: Cyborgs, die 10000 mal schneller sein werden als wir. Unsere Lebensform wird ihnen ähnlich entwickelt erscheinen wie uns die Pflanzenwelt. Doch diese Intelligenz wird vermutlich nicht von jener grausamen Art sein, die wir aus den Science-Fiction-Spektakeln aus Hollywood kennen. Denn auch sie wird von dem Überleben unseres Planeten abhängen und sich der großen Klimakatastrophe stellen müssen, die auf uns zurollt. Cyborgs könnten in Wahrheit unsere letzte Rettung sein.
Rezensent Michael Pilz hat sich mit drei eher ungewöhnlichen Appellen in Sachen Klimawandel auseinandergesetzt. Das Buch des Mediziners, Geochemikers, Biophysikers und Literaten James Lovelock hält ihm zufolge die Vision eines kommenden utopischen Zeitalters bereit, in dem die beschleunigte Evolution es den Menschen ermöglicht hat, die Umweltprobleme mithilfe künstlicher Intelligenz und neuester Technik in den Griff zu bekommen. Wer diese Prophezeiung für Unsinn hält, soll sich vor Augen halten, dass es Lovelock war, der die Gefahren der Treibgase für die Ozonschicht entdeckt hat, rät der faszinierte Kritiker.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 07.02.2020
Rezensentin Tabea Grzezyk bekommt vom Welterklärer James Lovelock einen faszinierenden Ausblick in eine Zukunft ohne Menschen, dafür mit hyperintelligenten Cyborgs, die die Welt vor ihrem Untergang retten. Die Vorstellung von einer in die von uns geschlagene Bresche springenden neuen Spezies findet die Rezensenten durchaus reizvoll. Lovelocks "essayistisch-futuristischer" und thematisch nicht eben unterkomplexer Blick in die Zukunft überzeugt die Rezensentin mit alltagsnahen Beispielen und klarer Sprache.
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