Georg Büchner starb im Alter von nur 23 Jahren im Zürcher Exil. Da hatte er ein naturwissenschaftliches Studium abgeschlossen, vier Werke verfasst, die heute zur Weltliteratur zählen, und galt wegen seiner Mitarbeit am "Hessischen Landboten" als "Hochverräter", nach dem die Justizbehörden seiner Heimat steckbrieflich fahndeten. Sein Leben stand im Zeichen eines Traums: eine Gesellschaft, in der alle Menschen in gleicher Weise ihre Glücksansprüche verwirklichen können - dafür kämpfte er mit aller Konsequenz. Jan-Christoph Hauschild recherchierte in zahlreichen Bibliotheken im In- und Ausland und legt nun über den vielgerühmten und vielgelesenen Autor eine Biografie vor, die sich zwischen Nacherzählung und Rekonstruktion bewegt und die Person Georg Büchner auf besondere Art greifbar macht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2013
Als rasante Räuberpistole liest Alexander Kosenina Jan-Christoph Hauschilds Ergänzung seiner Büchner-Biografie von 1993. Nachdem er mühsam Neues von Altem bei Hauschild geschieden hat, lernt Kosenina den Autor einmal mehr als routinierten Biograf und geschickten Erzähler kennen, der die Politisierung des jungen Büchner und die "Landboten"-Entstehung anhand sämtlicher erreichbarer Quellen genau nachzeichnet, den Stoff in lebendige Dialoge umwandelt und seinen literarischen Niederschlag feststellt. Spannend, findet Kosenina.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.07.2013
Pünktlich zu Georg Büchners zweihundertstem Geburtstag hagelt es neue Biografien, die neue Interpretationen von Leben und Werk anzubieten haben, berichtet Manfred Koch. Jan-Christoph Hauschild hat zwar 1993 die wohl bisher gründlichste Büchner-Biografie vorgelegt, in seiner neuen, in der er sich vor allem den erwachsenen Politiker Büchner konzentriert, wiederholt er allerdings die "bekannten Verzeichnungen der linken Büchner-Philologie", erklärt der Rezensent. Jedes Werk Büchners wird nach dieser Lesart zu einem Ausdruck seiner "Verzweiflung über das soziale Elend", zur Kritik an Hedonismus und Faulheit. Dass dabei der ganze Witz der Komödien flöten geht, bemerkt der Autor dabei gar nicht, bedauert Koch.
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