Unmittelbar nach Kriegsende entstand der Mythos eines im Auswärtigen Amt weit verbreiteten Widerstands gegen das nationalsozialistische Regime. Jüngere Forschungen haben jedoch gezeigt, wie wenig verwurzelt der Widerstand unter Hitlers Diplomaten tatsächlich war und wie schwierig es ist, eine klare Grenze zwischen Mittäter und Widerständler zu ziehen. Eine geschlossene Opposition "des" Auswärtigen Amts gegen Hitler hat es nicht gegeben, wohl aber einen Widerstand, bei dem einzelne Angehörige oder Pensionäre des Amts mit Mitgliedern anderer Widerstandszirkel außerhalb des diplomatischen Dienstes konspirierten. Neben prominenten Figuren des Attentats vom 20. Juli 1944 und Ernst von Weizsäcker widmet sich das Buch vor allem den vergessenen Widerstandskämpfern sowie der Phase der Aufarbeitung nach 1945 und den erinnerungspolitischen Herausforderungen.
Nachdem 2005 eine Historikerkommission im Auftrag der damaligen Regierung die Rolle des Auswärtigen Amtes im und nach dem Zweiten Weltkrieg untersucht hatte und zu dem Schluss gekommen war, dass der Widerstand der Diplomaten gegen Hitler die absolute Ausnahme war, gab es viel Kritik an den Autoren, erinnert sich Alexandra Senfft. Doch der neue Band "Widerstand und Auswärtiges Amt", der jetzt von Jan Erik Schulte und Michael Wala herausgegeben wurde, kommt zu dem gleichen Schluss, verrät die Rezensentin: es gab Einzelne, die von Anfang an am Sturz des Regimes arbeiteten, doch die meisten waren gut geölte Rädchen des Apparats, erklärt Senfft. Die häufig vorgeschobene Begründung, man habe mitgespielt um Schlimmeres zu verhindern, lassen die Autoren zurecht nicht gelten, findet die Rezensentin.
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