Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.11.2001
So richtig zufrieden ist Klaus Hildebrand nicht mit der Arbeit von Jan Erik Schulte zum wirtschaftlichen und politischen Einfluss der SS, obwohl er die Fakten, die in diesem Buch zusammengetragen sind, durchaus interessant und vielschichtig findet. Aber Hildebrand widerspricht der zentrale These von Schulte, nämlich dass die Rolle der SS im nationalsozialistischen Herrschaftsgefüge prinzipiell überschätzt wird und dass sie "vor allem im wirtschaftlichen Zusammenhang, prinzipiell selbstzerstörerisch gewirkt habe und damit im Grunde die allgemeine Entwicklung des 'Dritten Reiches' spiegele". Zur Zerstörung der NS-Machtgefüge hat es nach Einschätzung des Rezensenten einer "weltweiten Koalition" bedurft, die massiven Druck auf das System ausübte. Zudem kritisiert er, dass nicht einmal Schultes eigene Forschungsergebnisse seine Kernthese stützen, sondern dass er ihr mit den "vom ihm rekonstruierten Zusammenhängen" permanent selbst widerspricht.
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