Unzählige Deutungsversuche, unzählige Bücher, Und doch: Sechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wissen wir noch immer nicht, was diese Katastrophe eigentlich bedeutete. Fünfundfünfzig Millionen Kriegstote weltweit sprengen alle Dimensionen der Vorstellungskraft. Dass nahezu die ganze Welt in den tödlichsten Konflikt der Menschheitsgeschichte geriet, ausgelöst durch einen Mann, Adolf Hitler, bleibt unbegreiflich. Und dennoch: Wir sind gehalten, immer weiter nach den Ursachen, dem oft absurden Sinn, den Folgen dieses Krieges zu fragen. Der Autor legt einen Gesamtüberblick vor, der diese Fragen neu zu beantworten versucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2005
Recht angetan zeigt sich Winfried Heinemann von Michael Salewskis Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Eine der großen Stärken dieser aus einer Vorlesung entstandenen Geschichte sieht er in den geschliffenen Formulierungen, den griffigen Vergleichen und den treffenden Beispielen. Er hebt hervor, dass der Band auch "neue" und "manchmal unkonventionelle" Bezüge, Analogien und Interpretationen bietet, dass er aber auch Grundkenntnisse über den Kriegsverlauf voraussetzt. Nicht verschweigen will der Rezensent, dass durch manche "flotte Formulierung" übertüncht wird, dass das alles so selbstverständlich nicht ist, wie es hier scheine. Insbesondere bei Salewskis eher intentionalistischen Interpretation Hitlers hätte sich Heinemann eine stärkere Reflexion der Forschungspositionen gewünscht. Durch die Akzentuierung auf den Hitler als "starken Diktator" bleibe die Verantwortung des weiteren Personals Nazi-Deutschlands anderen eher unterbleichtet. "Besonders bereichernd" findet Heinemann dagegen Salewskis Schilderung der Lebenswirklichkeit während des Krieges. Insbesondere wo Salewski das Geschehen des Zweiten Weltkriegs in eine Gesamtgeschichte des 20. Jahrhunderts einbaue, so der Rezensent, "sind seine Interpretationen und Vergleiche immer luzide und anregend."
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